Habicht


Habicht
Den Habicht anrennen: es mit einem aufnehmen, dem man nicht gewachsen ist. Die heute nicht mehr gebräuchliche Redensart kommt schon im ›Rolandslied‹ des Pfaffen Konrad (12. Jahrhundert) vor; ähnlich im ›Pfaffen Amîs‹ des Stricker (1. Hälfte des 13. Jahrhunderts), wo der Bischof zum Titelhelden sagt:
   sît ich iuch versuochen sol,
   sô kan ich iuch versuochen wol
   mit kurzen worten hie zehant:
   ir habet den habech an gerant
   (V. 99-102).
Aus dem natürlichen Verhalten des Raubvogels erklärt sich die Wendung Sich wie ein Habicht auf etwas stürzen: ungemein gierig sein. Die ältere Form des Substantivs ›habich‹ fällt lautlich mit ›hab' ich‹ (von haben) zusammen und ließ ein beliebtes Wortspiel entstehen, in dem der Vogel Habich (hab' ich) dem Vogel Hättich (hätt' ich) gegenübergestellt wird: ›Der Habich ist besser als der Vogel Hättich‹ (G.T. Pistorius: ›Teutschjuristischer Sprichwörterschatz‹ [1714/16], IV. Nr. 45, S. 220); ›Es ist besser ein dürrer Habich als ein fetter Hättich‹ (Pistorius, S. 221); ›man muß einen habich bawen, nicht einen hettich, das ist, hett ichs so und so gemacht, das kost unnütz geld‹ (Lehmann, 69), Hättich.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Habicht — (Accipiter g. gentilis), adultes Männchen Systematik Klasse: Vögel (Aves) Ordnung …   Deutsch Wikipedia

  • Habicht — Sm std. (8. Jh.), mhd. habech, habich, ahd. habuh, habech, as. havuk Stammwort. Aus g. * habuka m. Habicht , auch in anord. haukr, ae. hafoc, heafoc. Das t im Deutschen ist sekundär angetreten. Außergermanisch vergleicht sich (unter ig. * kabh )… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Habicht [1] — Habicht (Astur Bechst.), Gattung der Raubvögel und der Familie der Falken (Falconidae), Vögel mit gedrungenem Leib, kleinem Kopf, stark gekrümmtem Schnabel mit stumpfem Zahn, bis zur Schwanzmitte reichenden Flügeln, ziemlich kurzem, abgerundetem… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Habicht [1] — Habicht, 1) (Astur Cuv.), Gattung der adler u. falkenartigen Raubvögel, mit starkem Schnabel ohne Zahn, starken krummen, spitzigen Klauen, hinten nacktem, vorn fast bis zur Hälfte befiedertem Laufe, abgerundetem Schwanze, dessen Ende die… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Habicht [2] — Habicht, Christian Max., geb. 1775 in Breslau; studirte in Paris bes. Arabisch u. wurde Secretär der preußischen Gesandtschaft daselbst, 1807 kehrte er nach Breslau zurück, wurde 1812 Privatdocent, 1824 Professor der Philosophie u. st. das. 1839 …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Habicht [2] — Habicht, 3280 m hoher Gipfel der Stubaier Alpen, mit kleinem Gletscher und herrlicher Aussicht, wird vom Gschnitz oder Stubaital aus über die Innsbrucker Hütte (2369 m) bestiegen …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Habicht [3] — Habicht, Ludwig, Romanschriftsteller, geb. 23. Juli 1830 in Sprottau, trat mit 15 Jahren in das Bureau eines Rechtsanwalts ein, beschäftigte sich aber in seinen Mußestunden eifrig mit seiner weitern Ausbildung. Durch Gutzkow in die Literatur… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Habicht — Habicht, Ludw., Romanschriftsteller, geb. 23. Juli 1830 zu Sprottau, lebte lange in Berlin, seit 1881 in Italien; schrieb: »Der Stadtschreiber von Liegnitz« (1865), »Schein und Sein« (1875), »Auf der Grenze« (1879), »Das Geheimnis des Waldes«… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Habicht — Habicht,der:wieeinH.:⇨gierig(1) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Habicht — Habicht: Der altgerm. Vogelname mhd. habech, ahd. habuch, niederl. havik, engl. hawk, schwed. hök, der mit demselben Suffix wie »Kranich« und »Lerche« gebildet ist, gehört vielleicht zu der unter ↑ heben dargestellten idg. Wurzel *kap »fassen,… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Habicht — 1. Aus Habichten1 kann man keine Tauben ziehen. 1) Das t ist erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts ungehörig hinzugetreten; noch im 16. Jahrhundert schrieb man Habich. Mittelhochdeutsch: habech; althochdeutsch: hábach. (Vgl. Weigand, Wb., I, 467.) …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon


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