Harfenjule
Sprichwörtliche Bekanntheit erlangte die Berliner ›Harfenjule‹ (mit bürgerlichem Namen Luise Northmann), die um 1900 in den Höfen der Berliner Arbeiterviertel Lieder sang und sich dabei selbst begleitete. In ihrer Jugend war Frau Northmann blind gewesen; nach einer Operation konnte sie mit einem Auge Dinge wie durch einen leichten Nebel erkennen. 1969 spendete ihr der Steinmetzmeister Frank Merk einen Grabstein auf dem Kirchhof der Luthergemeinde in Berlin-Lankwitz. Hier hatte sie 1911 ein Armengrab erhalten. Mit der sozialen Seite ihrer Existenz befaßten sich H. Zille in seiner Graphik von der Harfenjule wie auch Klabund (Pseudonym für Alfred Henschke) in einem in der Zeitschrift ›Pan‹ erschienenen Gedicht:
   Emsig dreht sich meine Spule,
   Immer zur Musik bereit,
   Denn ich bin die Harfenjule
   Schon seit meiner Kinderzeit.
• B. KALUSCHE: Harfenbedeutungen (FrankfurtM. – Bern – New York 1986), S. 205.}
Harfenjule. Kolorierte Graphik: ›Die blinde Harfenjule‹. Aus: ›Harfenjule‹ von Franz Burchard Dörbeck, herausgegeben von Hans Ludwig, Berlin
   1978, S. 70.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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