Etwas ist nicht hü und nicht hott: es ist unbestimmt, unklar. Die Redensart ist besonders norddeutsch verbreitet und leitet sich von den alten Fuhrmannsrufen an die Zugpferde her (›hü‹ bedeutet links; ›hott‹ rechts): »Denn is es auch man immer so so, nich hü un nich hott« (Fontane: ›Irrungen Wirrungen‹,1888, 3. Kapitel); schleswig-holsteinisch ›dat geit ümmer hü und hott‹, durcheinander; ›Nicht hott und nicht har wissen‹, gar nichts wissen; nicht wissen, was man beginnen soll. In anderer Form (»hothin schwothin«) bildlich schon bei Luther. Auch: ›Er weiß weder Hott noch Hist‹; vgl. niederländisch ›van hot noch haar weten‹; englisch ›not know chalk from cheese‹ oder ›a hawk from a handsaw‹ und französisch ›tirer à hue et à dia‹ (wörtlich: hü und hott ziehen): an einer Sache hin- und herzerren, um etwas zu erreichen.
Hü und Hott. Detail aus ›Sprichwörter‹, Münchener Bilderbogen, Nr. 33, Illustration von K. Braun und J. Rehle.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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