Kranich


Kranich
Beim Kranich zu Gast sein: sehr wenig oder nichts zu essen bekommen, schlecht bewirtet werden; die Redensart knüpft an die Äsopsche Fabel von Fuchs und Kranich an. Der Fuchs lädt den Kranich zum Essen ein und setzt ihm auf einem flachen Teller das Essen vor, so daß er wegen seines spitzen Schnabels kaum etwas zu sich nehmen kann. Daraufhin revanchiert sich der Kranich, indem er, als der Fuchs bei ihm zu Gast weilt, diesem das Essen in einem Krug mit engem Hals serviert, aus dem nur er, der Kranich, zu essen vermag. Diese Szene ist häufig dargestellt worden, z.B. auch auf einem Fresko des 16. Jahrhunderts im Innenhof der Churburg/Vintschgau (Südtirol) und in der frühen Holzschnittkunst.
   Den Kranich machen (spielen): lange auf einem Fleck stehen und warten müssen.
• O. KELLER: Die antike Tierwelt, 2 (Leipzig 1913), S. 184-192; W. MAAZ: Artikel ›Fuchs und Kranich‹ (Aarne-Thompson 60), in: Enzyklopädie des Märchens V, Spalte 503-511; E. UND L. GATTIKER: Die Vögel im Volksglauben (Wiesbaden 1989), S. 397-400.}
Beim Kranich zu Gast sein. Steinhöwel: Esopus, Die XIII. Fabel ›von dem fuchs vnd dem storcken‹.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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