Minnedienst
Minnedienst haben, auch: Zum Minnedienst gehen (müssen): seine Freundin (Geliebte) besuchen, ihr zur Verfügung stehen müssen. Die Redensarten werden heute scherzhaft oder mit ironischer Anspielung gesagt, wenn ein (junger) Mann eine intensive Liebesbeziehung unterhält. Im Mittelalter gehörte der Minnedienst zur Werbung eines Ritters um eine Frau und war vorwiegend in sozial höhergestellten Schichten üblich. Z.B. konnte sich ein Ritter seiner Herzensdame verpflichten, indem er für sie auf Turnieren kämpfte, ihr den überwundenen Gegner zu ihrem Dienst übersandte und durch Siege ihre Gunst zu erlangen suchte. Lange gehörte der Minnedienst zur höfischen Kultur des Mittelalters. Wolfram von Eschenbach im ›Parzival‹ (114,15ff.):
   ob ich guotes wîbes minne ger,
   mag ich mit schilde und ouch mit sper
   verdienen niht ir minne solt,
   al dar nâch sî sie mir holt.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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