Mostert
Mostrich besteht aus zerriebenen Senfkörnern, die mit Most angesetzt sind. Goethe spricht daher von ›Mostsenf‹. Das in Nordostdeutschland gebräuchliche Mostrich ist eine Eindeutschung aus dem italienischen ›mostarda‹ und an Namensbildungen wie Friedrich angelehnt. Ebenso wird Mostert, das von der Unterelbe bis zu Rhein und Mosel gilt, schon mittelhochdeutsch umgedeutet zu musthart, in Gleichsetzung zu Namen wie Gebhart (Kluge-Mitzka). Firmenich (I, 381) erwähnt die Redensart ›Wo Barthel den Mostert holt‹, die aber wohl ursprünglich heißt ›Wo Barthel den Most holt‹ ( Barthel). Im Niederdeutschen und Niederländischen sagt man für etwas, das zu spät kommt und daher keinen Nutzen mehr hat, Möstrich nach der Mahlzeit bzw. ›Mosterd na de maaltijd‹, wohl in Anlehnung an das französische ›servir de la moutarde après diner‹ (veraltet) oder englisch ›after dinner mustard‹.
   Jemanden mit Mostrich bestreichen: ihn übervorteilen. Du hast ja Mostrich auf der Pupille: du kannst wohl nicht deutlich sehen, du bist wohl nicht recht bei Verstande; Du hast wohl Mostrich auf der Windschutzscheibe? fragt man einen Autofahrer, der einen Zusammenstoß verursacht hat.
   Dich haben sie wohl mit Mostrich geimpft?: du bist wohl nicht recht bei Verstand? In Mostrich treten: Anstoß erregen. Mostrich steht in diesen Redensarten euphemistisch für ›Scheiße‹.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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