Mus


Mus
Ursprünglich bezeichnete Mus jede Art von gekochter Speise. Im Mittelhochdeutschen ist ›muoshus‹ das Speisehaus. Erst später wird die Bedeutung zu ›(süßem) Brei‹ verengt; dazu die Ableitung Gemüse.
   Jemandem das Mus süß einstreichen (ums Maul streichen): einem schmeicheln, um einen Vorteil von ihm zu erlangen. Einem das Mus versalzen; Parallel- Redensart zu ›Einem die Suppe versalzen‹, Suppe. Murner schreibt: »Das muosz versaltzen« (›Schelmenzunft‹ 33), ebenso Fischart: »Welche jnen das Muß versaltzen wolten« (III 259); gemeint ist: jemandem einen Plan durchkreuzen, einen ›Strich durch die Rechnung machen‹ ( Strich).
   ›Mer mot nicht alle mose smecken‹, heißt es in Bremen, um auszudrücken, daß man nicht alles ausprobieren oder erfahren muß. ›Dat mos is vorgoten‹ (das Mus ist ausgegossen), die Sache ist zu Ende (niederdeutsch). Im Hessischen heißt es ›Mus on (und) saft gehn kee Kraft‹, ähnlich in der nordostdeutschen Redensart ›Mos maht lostig, awer schwach op de Ben‹, um auszudrücken, daß Mus bzw. Brei keine kräftigende Nahrung ist. Umgekehrt sagt man jedoch zu einem Jungen, der für eine Arbeit noch zu schwach ist, er ›muess noch mehr Mus esse‹ (Vorarlberg).
   Eine tote Fliege kann das beste Mus verderben ist ein schwäbisches Sprichwort, das besagt, daß eine diffizile Angelegenheit durch eine Kleinigkeit wertlos bzw. verdorben werden kann.
   ›Er het's Mus verschütt‹ sagt man im Elsässischen, wenn einer sich unbeliebt gemacht hat. In erster Linie waren damit wohl Verstöße gegen das gute Benehmen bei Tisch gemeint, in übertragener Bedeutung später dann alle Ungeschicklichkeiten, die Ärger verursachten; man sagte dann auch ›er hat ins Mus getappt‹ oder bezeichnete einen tolpatschigen Menschen als ›Hans-tapp-ins-Mus‹. Jemanden zu Mus hauen: ihn heftig prügeln; Parallel- Redensart zu ›Einen zu Brei hauen‹, Brei.
• H.J. TEUTEBERG und G. WIEGELMANN: Unsere tägliche Kost (Münster 1986); ST. MENNELL: Die Kultivierung des Appetits. Geschichte des Essens vom Mittelalter bis heute (FrankfurtM. 1988).

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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