Mütze
›Dat es em noh der Mötz‹ sagt man am Niederrhein, wenn etwas im Sinne des Betreffenden geschieht; umgekehrt: Das ist ihm nicht nach der Mütze: es paßt ihm nicht, etwa im Sinne der Redensart ›Danach steht ihm nicht der Kopf‹, Kopf; so heißt es 1652 bei Laurenberg »darna steit im de Kagel« (= Kapuze).
   Etwas auf seine Mütze (Kappe) nehmen: die Verantwortung für etwas übernehmen ( Kappe); vgl. französisch ›endosser quelque chose‹ (wörtlich: sich etwas aufbürden).
   Etwas auf die Mütze kriegen: einen Tadel einstecken müssen; entsprechend Einem etwas auf die Mütze geben: ihn ausschelten, schlagen; rheinisch ›enen öm de Mitz haue‹, ihn ohrfeigen, Hut.
   Den drückt die Mütze: es fehlt ihm etwas, er ist durch sein Benehmen auffällig. Die Mütze steht ihm nicht recht: er ist nicht gut gelaunt. Er hat heute die gute Mütze nicht auf: er ist schlecht gelaunt. Von einem, der schlecht gelaunt ist, sagt man auch, er habe Seine Mütze schief auf(gesetzt). Der Ausdruck geht auf das 18. Jahrhundert zurück, als man allgemein Perücken trug. Nach der Art, wie einer seine Perücke (oder Hut) trug, schloß man auf seine Stimmung; so heißt es im Holländischen ›de priuk zit hem scheef‹. Die entsprechende Redensart im Englischen heißt ›to have one's hair combed the wrong way‹.
   Mit der Mütze nach etwas werfen: etwas leicht Erreichbares zu erlangen suchen; umgekehrt heißt es ›dar is keen Smiten mit de Mütz da‹, wenn etwas außerhalb des Bereichs des Möglichen liegt.
   Einen unter der Mütze haben: betrunken sein (norddeutsch), trinken.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Mütze — Sf std. (14. Jh., Form 15. Jh.), mhd. mutze, mütze, mhd. almutz, mndd. mutze, musse, mndd. malmuse, mndl. muts(e), mutsche, muts, älter auch mhd. almutz, mndl. a(l)mutse u.ä. Entlehnung. Älter auch mhd. almutz, mndd. malmuse, mndl. a(l)mutse u.ä …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Mütze — Mütze: Die Bezeichnung der Kopfbedeckung, spätmhd. mutze, mütze (aus mhd. almuz̧, armuz̧ »Chorkappe der Geistlichen; Kopfbedeckung«) beruht wie z. B. auch entsprechend frz. aumusse »Pelzmantel der Geistlichen; Chorkappe« auf mlat. almutium,… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Mütze — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Auch: • Kappe Bsp.: • Er trägt nie eine Mütze. • Ich mag die blaue Mütze. • Im Pool muss man eine Kappe tragen …   Deutsch Wörterbuch

  • Mütze — Mütze, 1) leichtere Kopfbedeckung für Frauenzimmer von allen Arten baumwollener, seidener, dünner wollener Zeuge u. Sammt für Männer von wollenen Zeugen, Tuch, Sammt, Leder, Wachsleinwand, Pelz, Filz etc. Die Frauenmützen werden von den… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Mütze — 1. Besser eine schlechte Mütze als barhaupt. Holl.: Beter eene slechte muts op, dan blootshoofds te slapen. (Harrebomée, II, 110b.) 2. Dröckt die de Mötz, denn kêp di e Hôt. – Frischbier2, 2698. 3. Dröckt die de Mötz, schwelle die de Haar, güke… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Mütze — Hut; Cap; Haube; Kappe * * * Müt|ze [ mʏts̮ə], die; , n: Kopfbedeckung aus weichem Material (meist Wolle oder Baumwolle), die man bei kaltem Wetter trägt: im Winter eine Mütze aufsetzen. Syn.: ↑ Deckel (ugs.; scherzh.), ↑ Haube, ↑ …   Universal-Lexikon

  • Mütze — Schirmmütze der deutschen Bundeswehr (Heer) …   Deutsch Wikipedia

  • Mütze — Mụ̈t·ze die; , n; eine Kopfbedeckung aus weichem Material (meist Wolle), die man besonders bei kaltem Wetter trägt <eine warme Mütze; eine Mütze mit Schirm; eine Mütze aufsetzen, abnehmen, vom Kopf ziehen; eine Mütze stricken>: Weil der… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Mütze — Berufsübername zu mittelhochdeutsch mütze, mutze »Mütze« für den Hersteller oder Übername für den Träger einer auffälligen Mütze …   Wörterbuch der deutschen familiennamen

  • Mütze — die Mütze, n (Grundstufe) eine Kopfbedeckung aus Stoff, Wolle, Leder oder Fell mit oder ohne Schirm Beispiele: Er setzte die Mütze auf. Er zog die Mütze tief über die Ohren …   Extremes Deutsch

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