pappen
Pappe bedeutet ursprünglich ›Kinderbrei‹ und ist ein Lallwort, das in den Formen ›Papp‹ oder ›Papps‹ mundartlich weit verbreitet ist; die Bedeutung ›dickes Papier‹, ›Karton‹ ist erst später entstanden und stammt von den dicken Kleisterschichten her, die die einzelnen Papierlagen der anfangs im Handbetrieb hergestellten Pappe miteinander verbanden. In diesem Sinne heißt es auch: Pappen bleiben: klebenbleiben. Auf die ältere Bedeutung ›Brei‹ gehen zurück die Redensarten: Etwas satt haben wie kalten Papps: einer Sache überdrüssig sein; Nicht mehr papp sagen können: völlig gesättigt sein. Der Junge, das Mädel ist nicht von Pappe: kernig, kräftig; eigentlich: nicht mit Kinderbrei genährt, auch auf Sachen und Situationen übertragen: Das ist nicht von Pappe: ordentlich, solid; sogar: ›Die Hitze, der Stoß war nicht von Pappe‹; kräftig, stark; dagegen französisch ›... en cartonpâte‹: aus Pappe, im Sinne von: künstlich, unecht. ferner: Einem Pappe ums Maul schmieren: ihm zureden, schmeicheln ( Brei); obersächsisch ›Er redet, als hätte er Pappe im Maule‹, schwerfällig, mit ungelenker Zunge.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Pappen — Pappen, 1) Papier od. Pappentheile durch Kleister verbinden; 2) Papparbeiten (s.d.) verfertigen; daher Pappkunst, sie wird häufig von den Buchbindern als Nebenbeschäftigung betrieben. Vgl. Blasche, Der Papierformer, u. Aufl., Schnepfenthal 1817;… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Pappen — Pappen, adj. et adv. aus Pappe oder Pappendeckel bereitet. Eine pappene Schachtel …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Pappen — Pappen(Pappn)f Mund.HergenommenvondemLaut,derentsteht,wennmandieLippenöffnetundschließt.Bayrundösterr,1800ff …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • pappen — Vsw kleistern std. stil. (15. Jh.) Stammwort. Eigentlich mit Kleisterbrei zusammenhängen; dann auch intransitiv. Adjektiv: pappig. Pappe. deutsch d …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • pappen — V. (Oberstufe) ugs.: etw. mit einem Klebstoff festmachen Synonym: (an)kleben Beispiel: Er hat eine Steckdosenleiste mit Silikon an die Wand gepappt …   Extremes Deutsch

  • Pappen — Dieser Artikel erläutert die psychedelische Substanz LSD; zu anderen Bedeutungen der Abkürzung LSD siehe LSD (Begriffsklärung) Strukturformel Allgemeines …   Deutsch Wikipedia

  • pappen — kleben; haften * * * pạp|pen 〈V.; hat〉 I 〈V. tr.〉 etwas pappen kleben ● einen Zettel auf eine Kiste pappen II 〈V. intr.〉 sich leicht zusammenballen ● der Schnee pappt [→ Pappe] * * * pạp|pen <sw. V.; hat (ugs.): 1 …   Universal-Lexikon

  • pappen — 1. andrücken, ankleben, anpressen, kleben, leimen; (bayr., österr.): anpicken; (landsch.): aufpappen; (Fachspr.): anreiben. 2. anhaften, ankleben, festkleben, festsitzen, haften [bleiben], hängen bleiben, kleben [bleiben]; (landsch.): anpappen,… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • pappen — pạp·pen; pappte, hat gepappt; gespr; [Vt] 1 etwas an / auf etwas (Akk) pappen ≈ kleben: ein Schild auf ein Glas Marmelade pappen; [Vi] 2 etwas pappt etwas haftet gut an etwas ≈ etwas klebt 3 etwas pappt etwas ist feucht und lässt sich gut formen …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Pappen — 1. Wer gut pappt (isst), der gut kackt. (Köthen.) *2. Du kannst dich pappen lassen. – Klix, 58. *3. Ich werde dir eine pappen. Für: eine tüchtige Ohrfeige geben …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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