Pechstiefel


Pechstiefel
Nach einer wohl mehr scherzhaften als ernsten naturgeschichtlichen Überlieferung fängt man gewisse Affenarten, indem man ihnen innen mit Pech angestrichene Stiefel hinsetzt. Daher ist wohl die Redensart entstanden, Es lasse sich jemand in Pechstiefeln fangen, d.h. er sei so dumm wie ein Affe und lasse sich aufs ärgste täuschen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts ist es eine durchaus geläufige Redensart: ›ienseits der Oder, wo se de Bauern mit Pechstiebeln fangen‹ (Uckermark, jetzt nicht mehr gebräuchlich). Vaerst erzählt (1836) von einem Pariser Abenteurer, der sich nach vielem Herumstreichen als angeblicher Waldmensch in Südamerika habe einfangen lassen, um dann in Paris als eine Art Wundertier Geld zu verdienen: »Lässt sich der Kerl, der sich in seinen Urwäldern nicht mehr nähren kann, pfiffigerweise in Pechstiefeln einfangen, nach Paris schleppen, um hier rohe Hühner, wahrscheinlich seine Lieblingsspeise, gegen Entree zu fressen«. Wander (III, Spalte 1202) führt aus der Breslauer Zeitung vom 31. März 1864 (S. 841) an: »Wenn dem so wäre, so hätte Preussen sich im eigenen Pechstiefel gefangen«.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Pechstiefel — * Sich in seinen eigenen Pechstiefeln fangen. »Wenn dem so wäre, so hätte Preussen sich im eigenen Pechstiefel gefangen.« (Bresl. Zeitung, vom 31. März 1864, S. 841.) …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon


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