Prägung
Sich tief ins Gedächtnis prägen: einen unauslöschlichen Eindruck hervorrufen, als unvergeßliches, starkes Erlebnis ständig in Erinnerung bleiben. Vgl. die ähnliche Wendung Sich etwas einprägen: es sich gut merken, unter Willensanstrengung etwas bewußt lernen, sich ins Gedächtnis schreiben. Der Ausdruck prägen, der bereits im Althochdeutschen als (gi)prahhan = gravieren bezeugt ist, steht in deutlichem Zusammenhang mit der Münzherstellung, denn er bedeutete ursprünglich Münzen schlagen, sie mit einem Prägestempel kennzeichnen. Vom Einpressen eines Bildes, vom Formen und Bilden eines Gegenstandes erfolgte die Übertragung auch auf Abstrakta. So spricht man heute z.B. vom Prägen neuer Ausdrücke, Begriffe, Namen und Wörter. Der übertragene Gebrauch erstreckt sich auch auf die zusammengesetzten Verben ›Ausprägen‹ = deutlich gestalten und ›einprägen‹.
   Von etwas geprägt sein: entscheidend geformt, beeinflußt sein. Eine eigene Prägung besitzen: von besonders Eigenart sein, als starke Persönlichkeit gelten, die charakteristische Züge besitzt und sich von anderen abhebt, aber auch: absonderliche Eigenheiten haben. Ähnlich Ein besonderes Gepräge haben, Einer Sache ein besonderes Gepräge geben: entscheidend geformt sein, etwas mit besonderem Kennzeichen versehen, vgl. ›Einer Sache seinen Stempel aufdrücken‹, Stempel.
• Münzen in Brauch und Aberglauben (Mainz 1982), S. 220-221.}
Münzwerkstatt (›prägen‹). ›Der Muentzmeister‹, Holzschnitt von Jost Ammann, Ständebuch, S. 31.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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