reiben
Sich an jemandem reiben: Streit mit ihm suchen, beleidigende Bemerkungen fallen lassen. Im ›Theuerdank‹, einem allegorischen Gedicht von 1517, das die Lebensgeschichte Kaiser Maximilians I. schildert, heißt es:
   Ich wil all seinem rath absagen
   Und mich für seiner list und wüten
   Mit Gottes hilff wissen zu hüten,
   Wo er sich weitter an mich reibt.
Während das ursprünglich wörtlich im Sinne einer feindlichen Berührung zu verstehende Wort ›reiben‹ so in die Bildlichkeit hinaufgerückt ist, ist von unten für das eigentliche Reiben in diesem Sinne ›rempeln‹ eingetreten. Eine zänkische, ungesellige und widerspenstige Person wird auch als ›Reibeisen‹ bezeichnet, was schon 1839 in einer Schimpfwörtersammlung bezeugt ist. Ähnlich französisch ›se heurter à quelqu'un‹ (sich gegen jemanden stoßen) oder auch ›se frotter à quelqu'un‹ (sich im Umgang mit einem anderen abhärten).

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Reiben — Reiben, verb. irreg. act. Imperf. ich rieb, Mittelw. gerieben; die Fläche eines Körpers über die Fläche eines andern wegbewegen, so daß die Erhabenheiten des einen in die Vertiefungen des andern eingreifen, und solcher Gestalt der Bewegung… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • reiben — reiben: Das starke Verb mhd. rīben, ahd. riban kann ursprünglich anlautendes w gehabt haben und im Sinne von »drehend zerkleinern« zu der unter ↑ Wurm dargestellten vielfach weitergebildeten und erweiterten idg. Wurzel *u̯er »drehen, winden«… …   Das Herkunftswörterbuch

  • reiben — V. (Mittelstufe) etw. mit Druck auf einer Fläche hin und her bewegen Beispiele: Das Kind reibt sich die Augen. Er rieb sich die Nase mit dem Zeigefinger. reiben V. (Aufbaustufe) etw. mit einer Raspel zerkleinern Synonyme: hobeln, raspeln, schaben …   Extremes Deutsch

  • Reiben — Reiben, 1) einen Gegenstand an der Oberfläche eines andern schnell hin u. herbewegen; 2) (Friction), Einwirkung auf die Haut des Körpers durch Einreiben von Arzneistoffen mittelst der bloßen Hand od. mit wollenen od. leinenen Lappen, in flüssiger …   Pierer's Universal-Lexikon

  • reiben — Vst. std. (8. Jh.), mhd. rīben, ahd. rīban, mndd. (w)riven, mndl. wriven, nwfr. wriuwe Stammwort. Führen auf vd. (und fr.) * wreib a Vst. reiben . Außergermanisch entspricht gr. ríptō ich (drehe), werfe . Andere Wörter für drehen , die auf einer… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • reiben — [Network (Rating 5600 9600)] Bsp.: • Ich reibe meine Augen, weil sie wehtun …   Deutsch Wörterbuch

  • reiben — schubben (mittelniederdt.) (umgangssprachlich); schubbern (norddt.) (umgangssprachlich); scheuern; trocknen; abtrocknen; abfrottieren; trockenreiben; abreiben; frottieren; wegpolieren; …   Universal-Lexikon

  • Reiben — Scheuern; Reibung; Abreibung * * * rei|ben [ rai̮bn̩], rieb, gerieben: 1. <tr.; hat fest gegen etwas drücken und hin und herbewegen: beim Waschen den Stoff reiben; Metall [mit einem Tuch] blank reiben. Syn.: ↑ abreiben, ↑ frottieren …   Universal-Lexikon

  • reiben — rei·ben; rieb, hat gerieben; [Vt] 1 etwas (an etwas (Dat)) reiben etwas fest auf etwas anderes drücken und es dabei hin und her bewegen: Die Katze rieb ihren Kopf an meinem Bein 2 sich (Dat) etwas reiben mit der Hand an einem Körperteil ↑reiben… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Reiben — Handreibahle (Schaftende Vierkant) für Durchgangsbohrungen Reiben ist ein Vorgang, bei dem etwas unter Anwendung eines bestimmten Drucks kräftig an etwas anderem entlang hin und her bewegt wird. Beim Reiben in der Verfahrenstechnik handelt es… …   Deutsch Wikipedia

  • reiben — 1. frottieren, scheuern; (ugs.): schrubben; (bayr., österr. ugs.): ribbeln; (landsch., bes. nordd.): rubbeln. 2. hobeln, raspeln, schaben, zerkleinern; (bes. schweiz.): raffeln. 3. [ab]wetzen, [auf]kratzen, [auf]scheuern; (nordd.): schubbern.… …   Das Wörterbuch der Synonyme

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