Rippe
Das kann ich mir nicht aus den Rippen schneiden (auch Durch die Rippen schwitzen): etwas Unmögliches kann ich nicht schaffen; ich weiß nicht, wo ich das Geld dazu hernehmen soll. Die Redensart ist wohl eine Weiterbildung der aus der Bibel bekannten Vorstellung, daß Gott aus Adams Rippe Eva geschaffen hat. Ähnlich ostfriesisch ›Ik kann mi doch keen Geld ut de Beenen snieden‹. In etwas abweichendem Sinne schwäbisch ›Des kann mr net durch die Rippe schwitze‹, es will seinen natürlichen Ausgang.
   Von einem Faulpelz sagt man mecklenburgisch ›De hett ne ful Ribb‹, von einem Dicken in Ostfriesland ›De hett wat up de Ribben‹, übertragen: er hat Vermögen, stellt sich gut. Nichts in den Rippen haben: hungrig, mager sein. Bei ihm kann man alle Rippen zählen: er ist sehr mager, schlecht ernährt (schon im 16. Jahrhundert bei Hans Sachs). Vgl. französisch ›On peut lui compter les côtes‹.
   Etwas in (hinter) die Rippen kriegen: nach Hungerzeit zu essen bekommen.
   Niederdeutsch ›Dat steit bi de Ribben‹, das setzt den Rippen Fleisch an (z.B. von Kohlsuppe mit Speck gesagt).
   Einen hinter die Rippen plätschern: Alkohol trinken.
   Jemandem etwas in die Rippen stoßen (schmeißen): ihn bestechen.
   Durch die Rippen stinken: sehr übel ausdünsten.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Rippe — Rippe: Die altgerm. Körperteilbezeichnung mhd. rippe, ahd. rippa, niederl. rib‹be›, engl. rib, schwed. rev (↑ Riff) ist eng verwandt mit der slaw. Sippe von russ. rebro »Rippe« und gehört zu der idg. Verbalwurzel *rebh »bedecken, überdachen«, vgl …   Das Herkunftswörterbuch

  • Rippe — Rippe, 1. Erhöhung an Flächen zur Verstärkung der Tragfähigkeit. 2. Im Gewölbebau des Mittelalters vom 12. bis 14. Jahrhundert tragende Gliederung, zwischen der einzelne leichte Gewölbekappen eingespannt werden. Durch sinnreiche Zusammensetzung… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Rippe — Sf std. (9. Jh.), mhd. rippe, rib(b)e, rieb, ahd. ribbi n., rippi n., rippa, as. ribbi n Stammwort. Aus g. * rebja (mit verschiedenen Stammbildungen), auch in anord. rif n., ae. ribb n., afr. ribb, rebb n. Außergermanisch vergleicht sich mit… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Rippe — Rippe, in der gotischen Baukunst ein aus dem Gewölbe hervortretender, gratartiger Bogen, der entweder zur Gliederung und Teilung des Gewölbes dient (Lang , Quer , Kreuzrippen), oder nur einen dekorativen Zweck hat …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Rippe — Costa …   Das große Fremdwörterbuch

  • Rippe — Rip|pe [ rɪpə], die; , n: 1. schmaler bogenförmiger Knochen im Oberkörper des Menschen und bestimmter Tiere (der mit anderen zusammen den Brustkorb bildet): er hat sich bei dem Sturz eine Rippe gebrochen. 2. Gegenstand, der einer Rippe ähnlich… …   Universal-Lexikon

  • Rippe — 1. Aus einer Ribbe kann man kein Blut zapfen. – Winckler, XII, 46. 2. Die Rippe Adam s bringt mehr Schaden als Nutzen. 3. Lieber die Rippe im Leibe verrenkt, als dem Wirthe einen Tropfen geschenkt. 4. Liwwer ane Rippe zersprengt als dem Mäster ä… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Rippe — Als Rippe (lat. Costa, Plural Costae, Adjektiv costalis altgr. πλευρά, Pleura) bezeichnet man die stabförmigen Knochen des Brustkorbes, die rückenseitig gelenkig an der Brustwirbelsäule befestigt sind. Eine Normvariante ist beispielsweise die… …   Deutsch Wikipedia

  • Rippe — Rịp·pe die; , n; 1 einer der 24 Knochen, die in Paaren (von der Wirbelsäule ausgehend) den Brustkorb bilden <(sich (Dat)) eine Rippe brechen> || Abbildung unter ↑Skelett || K : Rippenbruch 2 ein Teil eines größeren Gegenstandes, der… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Rippe — die Rippe, n (Grundstufe) ein schmaler Knochen in der Brust Beispiele: Er hat mir in die Rippen gestoßen. Er hat sich eine Rippe gebrochen …   Extremes Deutsch

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