Schaden
Durch eignen (fremden) Schaden klug werden; die Redensart gehört zu dem verbreiteten Sprichwort ›Durch Schaden wird man klug‹; vgl. den Erzähltyp Aarne-Thomson 910 A. Niederländisch, ›door schade en Schande wordt men wijs‹; englisch ›it is costly wisdom that is bought by experience‹; französisch. ›dommage rende sage‹.
   Den Schaden mit Salz abreiben; eine schlimme Sache noch schlimmer machen, als sie schon ist.
   Die insbesondere schwäbisch verbreitete Redensart Fort mit Schaden! entspricht dem im volkstümlichen Zauberspruch häufig vorkommenden Prinzip der ›Apopompe‹, d.h. des imperativischen Wegschickens des Übels, wie es schon im lateinischen Zauberspruch gegen das Podagra (›fuge, fuge Podagra!‹) begegnet; auch erweitert: ›Fort mit Schaden, der Profit kommt nach‹.
   Ein Sprichwort aus dem 17. Jahrhundert heißt: ›Selten ein Schaden, wo nicht ein Nutzen dabei ist‹. Ein Heiligenkreuzer Zisterzienser beschreibt seine Flucht vor den Türken 1683: »Ist also wahr, das selten ein Schaden ist, eß ist ein nutzen darbey«.
   Sich an jemandem für etwas schadlos halten: sich für eine Benachteiligung oder ein Unrecht auf Kosten anderer Entschädigung verschaffen. Ein alter, heute ausgestorbener Rechtsbegriff ist die ›Schadloshaltung‹, welche bedeutet, daß man jemanden beschützt, bewahrt, vor Schaden behütet; so auch: Jemanden schadlos halten.
• O. WEINREICH: Unheilbannung im volkstümlichen Gebet, Segen und Zauberspruch, in: Universitas 1 (1946), S. 275-299; H. WATZL: Flucht und Zuflucht (Wien 1956), hier S. 90; L. SCHMIDT: Sprichwörter deutscher Redensarten, in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 77 (1974), besonders S. 116-117.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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