Schanddeckel
Der Schanddeckel für etwas sein sollen: etwas Schändliches mit seiner Person decken sollen. Die Redensart ist heute praktisch verschollen, war aber im 15. und 16. Jahrhundert sehr gebräuchlich.; häufig z.B. bei Luther.
   Ähnlich Einen zum Schanddeckel machen oder Einen bloßen Schanddeckel aus etwas machen: jemanden oder etwas vorschieben, um unter dem Schein der Ehrbarkeit und Frömmigkeit ungestört seinen leichtsinnigen Lebenswandel fortsetzen zu können. Vgl. die niederdeutsche Wendung ›se brûkt den Mann to'm Schanddeckel‹, sie hat nur geheiratet, um bei ihrem lasterhaften Leben sicherer zu sein.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Schanddeckel — *1. Einen blossen Schanddeckel aus etwas machen. »Vnter dem Schein der Religion, so offt mahlen Schanddeckel seyn müssen.« (Friedeb., II, 36.) *2. Einen zum Schanddeckel machen. Se brûkt den Mann to m Schanddeckel, d.h. sie hat nur geheirathet,… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Schanddeckel, der — Der Schanddêckel, des s, plur. ut nom. sing. 1) Dasjenige, was die Schande, d.i. Blöße, bedecket, in welchem Verstande der Hut in den gemeinen Sprecharten zuweilen diesen Nahmen. führet. 2) Was die Schande, d.i. ein begangenes öffentliches… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Darmstädter Wort — Das Darmstädter Wort zum politischen Weg unseres Volkes war ein evangelisches Bekenntnis zur historischen Mitverantwortung der Deutschen Evangelischen Kirche für den Nationalsozialismus. Es folgerte aus dem christlichen Glauben an Gottes… …   Deutsch Wikipedia

  • Rusten — (Rüsten), dicke Planken, welche platt u. wasserpaß an den äußeren Seiten des Schiffes hervorragen. Sie kommen am Steuerbord u. Backbord etwas hinter jedem Mast in der Höhe des Raaholzes zu liegen u. sollen die Wände od. Jungfern der Wände tragen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schanddeck — (Schanddeckel, Dollbord, Dullbord), die oberste Planke, welche horizontal auf den Köpfen der Spanten u. auf den Kanten der äußeren u. inneren Bekleidung liegt, den eigentlichen Rand od. Bord des Schiffsgebäudes bildet[89] u. das Eindringen von… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Dollbord — (Dullbord, Schanddeckel, Schiffsw.), der oberste, horizontal laufende Rand eines Bootes od. Fahrzeuges, der über die Köpfe der Rippen od. Spanten geht u. das Eindringen des See od. Regenwassers zwischen die Inhölzer u. Verkleidungen verhindert; D …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schande, die — Die Schande, plur. inus. ein Wort, welches vermittelst der Ableitungssylbe de von einem veralteten Zeitworte schanen, schenen u.s.f. abstammet, welches uns noch eine zahlreiche Nachkommenschaft hinterlassen hat, daher hier etwas davon überhaupt… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Name — 1. Besser der Name als der Leib am Galgen. (S. ⇨ Acht.) – Sutor, 373. 2. Böser nam tödt den man. – Franck, II, 192b; Lohrengel, I, 100. 3. De Namen der Gecken stönnt op alle Ecken. (Bedburg.) 4. Der gute Nam kann nicht begraben werden, nur der… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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