schenken
Jemandem nichts schenken: jemanden hart arbeiten, sich anstrengen lassen; keine Milde zeigen. ›Nichts geschenkt kriegen‹ heißt, daß man für alles, was man erreichen oder besitzen will, einen Preis bezahlen muß. Dagegen: Sich nichts schenken lassen: hart dafür arbeiten wollen.
   Hat jemand etwas sehr schlecht gemacht, so sagt man im Norddeutschen zu ihm: ›Du kannst di wat schenken laten‹.
   Für ›geschenkt gekriegt‹ heißt es auch scherzhaft ›Geschonken gekrochen‹.
   Etwas nicht geschenkt nehmen wollen: etwas ablehnen, weil man es für wertlos (unbrauchbar, geschmacklos) hält.
   Sich jemandem (ganz) schenken: sich einem anderen (aus Liebe) hingeben, oft in gehobener Sprache als poetische Umschreibung gebraucht.
   Sich etwas schenken können: etwas unterlassen, oft in der Form einer tadelnden Feststellung: ›Das (diese Bemerkung) hättest du dir schenken können‹.
   Jemandem die Freiheit schenken: ihn aus der Haft entlassen.
   Jemandem sein Herz schenken Herz.
   Jemandem das Leben schenken: sein Kind auf die Welt bringen, aber auch: einen Verurteilten begnadigen, Leben.
• J. GRIMM: Über Schenken und Geben, in: Kl. Schriften, Bd. II; P. SARTORI: Artikel ›Geschenk‹, in: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens 111, Spalte 716-724.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Schenken — Schênken, verb. reg. act. welches noch in einer doppelten Hauptbedeutung vorkommt. 1. Des Gießens eines flüssigen Körpers aus einer Bouteille, Flasche, Kanne u.s.f. in ein kleineres Gefäß. 1) Eigentlich, wo es doch nur von eigentlichen Getränken… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schenken — ist der Familienname folgender Personen: Tim Schenken (* 1943), australischer Rennfahrer schenken steht für ein Geschenk geben, ein und ausschenken, siehe Geschenk Siehe auch:  Wiktionary: schenken – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft …   Deutsch Wikipedia

  • schenken — Vsw std. (8. Jh.), mhd. schenken, ahd. skenken, as. skenkian Stammwort. Aus wg. * skankija Vsw. einschenken , auch in afr. skenka, ae. scencan. Faktitivum zu * skanka schräg in anord. skakkr schräg, hinkend , also eigentlich ein Gefäß schräg… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • schenken — schenken: Das westgerm. Verb mhd. schenken, ahd. scenken, niederl. schenken, aengl. scencan bedeutete ursprünglich »zu trinken geben« (dafür heute »einschenken« und »ausschenken« mit der Rückbildung »Ausschank«; s. auch ↑ Schank). Im Spätmhd. hat …   Das Herkunftswörterbuch

  • schenken — V. (Grundstufe) jmdm. etw. als Geschenk geben Synonym: verehren Beispiele: Meine Eltern haben mir ein Fahrrad zum Geburtstag geschenkt. Er hat seiner Frau Blumen zum Hochzeitstag geschenkt. Ich habe das geschenkt bekommen. schenken V.… …   Extremes Deutsch

  • Schenken — Schenken, 1) Jemand Getränke dergleichen; 2) Getränke, Salz u. dgl. im Kleinen verkaufen; 3) Jemand ein Geschenk geben, bes. bei den Handwerkern, den durchwandernden Gesellen eine bestimmte Gabe reichen; daher Schenkendes (geschenktes) Handwerk… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • schenken — ↑dedizieren …   Das große Fremdwörterbuch

  • schenken — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Auch: • geben Bsp.: • Wir schenkten ihr Blumen. • Kannst du mir ein Taschentuch geben? …   Deutsch Wörterbuch

  • schenken — schenken, schenkt, schenkte, hat geschenkt Meiner Mutter haben wir zum Geburtstag Blumen geschenkt …   Deutsch-Test für Zuwanderer

  • schenken — widmen; überlassen; zueignen; zuwenden; spendieren; hingeben; überreichen; gewähren; überantworten; übergeben; beschenken; beschere …   Universal-Lexikon

  • Schenken — 1. Alles schenken, niemals henken, verändert Land und Stand. – Parömiakon, 1983. 2. Besser schenken als borgen. Holl.: Tap ze, maar borg ze niet. 3. Das Schenken pflegts mit sich zu bringen, dass man des Schenkers Lied muss singen. – Petri, II,… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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