schlucken
Vieles (allzuviel) schlucken (müssen): viel Unangenehmes ertragen (einstecken), sich nicht gegen Beleidigungen oder herabsetzenden Spott verteidigen wollen oder dürfen, sich seinen Ärger nicht anmerken lassen, seine Wut nicht zu äußern wagen, um nicht weitere Demütigungen oder Schlimmeres heraufzubeschwören, auch: nicht den Mut haben, seine eigene Meinung zu vertreten, ein Feigling sein. Die Wendung wird entweder in der Ich-Form als eine Art Selbsterkenntnis gebraucht oder bedauernd im Hinblick auf andere. Sie spielt auf das oft zu beobachtende, falsche Verhalten eines (anscheinend) Wehrlosen an, der seine Erregung regelrecht ›hinunterschluckt‹. Die so unterdrückten Gefühle können krank machen, denn was einem ›schwer (wie ein Stein) im Magen liegt‹, kann sogar zu Entzündungen und Geschwüren führen, Magen. Das Gegenteil meint der Vorsatz: Nicht mehr alles schlucken wollen: aufbegehren, sich (endlich) zur Wehr setzen, sich nicht mehr alles gefallen lassen und auch die Folgen dafür auf sich nehmen.
   Etwas hat viel (zuviel) geschluckt: ein Vorhaben (ein Bau, eine Reise) hat mehr gekostet als erwartet, es hat mehr an Kraft (Zeit) als vorgesehen erfordert.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • schlucken — schlucken …   Deutsch Wörterbuch

  • Schlucken — Schlucken, verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. 1) Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, durch die Kehle in den Magen bringen, wo es den mit dieser Handlung verbundenen Laut nachahmet. Nicht schlucken können. Ingleichen… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schlucken — ist eine komplexe Bewegungsabfolge vieler Muskeln im Mund , Rachen und Halsbereich, die unter anderem der Nahrungs und Flüssigkeitsaufnahme dient siehe Schluckakt eine umgangssprachliche Bezeichnung für das maßlose Trinken von Alkohol, oft schon… …   Deutsch Wikipedia

  • schlucken — Vsw std. (13. Jh., slucko 8. Jh.), mhd. sluken, mndd. sluken, mndl. slocken Stammwort. Mit Intensivgemination zu mhd. slūchen schlingen, schlucken , mndd. sluken. Außergermanisch vergleicht sich ohne anlautendes s gr. lýzō ich schlucke, schluchze …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • schlucken — schlucken: Mhd., mnd. slucken, niederl. slocken ist eine Intensivbildung zu einem germ. starken Verb, das in mnd. slūken, schwed. sluka »hinunterschlingen« erscheint. Ahd. ist nur die Ableitung slucko »Schlemmer« bezeugt. Zu der wohl… …   Das Herkunftswörterbuch

  • schlucken — V. (Mittelstufe) etw. durch die Kehle in den Magen bringen Beispiele: Das Kind hat zufällig eine Münze geschluckt. Vor dem Schlafengehen muss ich noch Pillen schlucken. schlucken V. (Aufbaustufe) ugs.: ein kleineres Unternehmen o. Ä. übernehmen… …   Extremes Deutsch

  • Schlucken — (Deglutitio), 1) vorbereitender Act der Ernährung, wodurch der Übergang der nach Erforderniß durch das Kauen gehörig vorbereiteten Nahrungsstoffe aus der Mundhöhle durch den Schlundkopf u. die Speiseröhre in den Magen bewirkt wird; er ist theils… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schlucken — Schlucken, soviel wie Schlingen oder Schluchsen …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schlucken — (Schlucksen, Schluckser, Singultus), unwillkürliches krampfhaftes Einatmen, durch stoßweise erfolgende Zusammenziehungen des Zwerchfells hervorgebracht, nach Überladung oder Erkältung des Magens und bei Reizung der Zwerchfellsnerven; in schweren… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Schlucken — Schlucken, ein krampfhaftes Einathmen, die Folge eines Reizes im Magen und Magenmunde, und eine sehr gewöhnliche Erscheinung bei kleinen Kindern, die von Erkältung, Ueberladung des Magens, hastigem Trinken, Verschlucken und von verdorbenem Magen… …   Damen Conversations Lexikon

  • schlucken — hinunterschlucken; einnehmen; sacken lassen (umgangssprachlich); darüber schlafen (umgangssprachlich); damit umgehen lernen; verarbeiten; verdauen * * * schlu|cken [ ʃlʊkn̩]: 1 …   Universal-Lexikon

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