schwadronieren
Ein Schwadroneur sein: ein mundfertiger Vielredner, ein Schwätzer, ein Aufschneider und Prahler sein; vgl. französisch ›un hableur‹ (spanisch ›hablar‹).
   Bekannter ist der Ausdruck Schwadronieren für: unnützes Zeug reden, viele Worte machen, prahlen, der aus der Fechtschule stammt. Er hatte ursprünglich die Bedeutung: mit dem Degen wild hin und her fahren, planlos um sich hauen, um die Feinde von sich fernzuhalten. Um 1780 entstand unter dem Einfluß des älteren ›schwadern‹ = viel schwatzen, das auf lateinisch ›suadere‹ = zureden zurückgeht, und ›Suada‹ = wortreiche Sprache in Studentenkreisen die Übertragung auf Geschwätz und Prahlerei. Als erster verwendete Goethe 1775 den Ausdruck in diesem neuen Sinne im ›Urfaust‹ (V. 1379) literarisch, und Kindleben verzeichnete ihn 1781 in seinem Studenten-Lexikon (177). Wie sich die Übertragung vom planlosen Fechten auf das Wortgefecht vollzogen hat, zeigt eine Briefstelle Lichtenbergs von 1787 (Briefe 2, 314): »Entwürfe gegen seine Sätze werden seiner Vertheidigung die gehörige Richtung geben, da er jetzt blos schwadronirt, und wohl noch nicht selbst weiß, wohin er seine individuellen Hiebe richten soll«.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Schwadronieren — wird heute meist in der Bedeutung „unnütz daherreden“ verwendet. Bis in die Mitte des 20. Jh. bezeichnete es aber spezieller den lautstarken, großsprecherischen und vereinfachenden Redestil der Offiziere, den „Kasinostil“, wenn sie… …   Deutsch Wikipedia

  • Schwadronieren — (wahrscheinlich v. oberdeutsch. schwadern oder schwatern, »schwatzen«), in hohem, zuversichtlichem Ton, doch ins Gelag hinein schwatzen; Schwadronör, Schwätzer, Maulheld …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • schwadronieren — Vsw lebhaft und wortreich erzählen, mit dem Degen wild, planlos um sich hauen, eine Schar bilden, umherziehen erw. fremd. Erkennbar fremd (18. Jh.) Hybridbildung. Zu Schwadron, kein italienisches Vorbild für das Verb. deutsch s. Schwadron …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • schwadronieren — schwätzen; faseln (umgangssprachlich); quasseln; schwatzen; sabbeln (umgangssprachlich); labern (umgangssprachlich); plappern; schwafeln ( …   Universal-Lexikon

  • schwadronieren — sich ausbreiten, sich auslassen, einherreden, sich ergehen, erzählen, monologisieren, reden, sprechen; (ugs.): große Reden schwingen, labern, Phrasen dreschen, wie ein Buch/Wasserfall reden; (südd., österr. ugs.): ratschen; (ugs., oft abwertend) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • schwadronieren — schwa|dro|nie|ren auch: schwad|ro|nie|ren 〈V.〉 wortreich prahlen, schwatzen …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • schwadronieren — schwadronierenintr lautundvielreden;sichaufspielen.Scherzhaftweitergebildetaus»⇨schwadern«mitAnlehnungan»Schwadron«:Berittenegeltenalsüberheblich(vgl»sichaufshohe⇨Roßsetzen«).Seitdem18.Jh.,anfangseineStudentenvokabel …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • schwadronieren — schwa|dro|nie|ren <zu ↑Schwadron u. ↑...ieren, eigtl. »beim Fechten wild u. planlos um sich schlagen«> schwatzen, viel u. lebhaft erzählen …   Das große Fremdwörterbuch

  • schwadronieren — schwa|d|ro|nie|ren (wortreich und prahlerisch schwatzen) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • schwafeln — ↑ schwadronieren. * * * schwafeln(umgabwert):labern·daherreden·Sprücheklopfen/machen·Phrasendreschen/drechseln·leeresStrohdreschen·dummes/ungewaschenesZeugreden·Stuss/Unsinn/Makulaturreden;seihern(landsch)♦salopp:sülzen·schleimen·Käsereden;käsen·s… …   Das Wörterbuch der Synonyme

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