Sperenzien
Sperenzien (Sperenzchen) machen: Umstände, Schwierigkeiten, leere Ausflüchte machen, auch: sich zieren, sich sträuben. Die in vielen Mundarten verbreitete Wendung wird heute als scherzhafte Weiterbildung von ›sich sperren‹ empfunden; obersächsisch ist z.B. ›Sperrenzien machen‹ belegt. Wie die älteren Nebenformen ›Speranzen‹ und ›Sparanzen‹ aber bezeugen, geht der Ausdruck auf italienisch ›speranza‹ und mittellateinisch ›sperantia‹ = Hoffnung zurück; vgl. Johann Gottwerth Müllers Roman ›Siegfried von Lindenberg‹ von 1779 (Bd. I, S. 71): »Das kömmt von den Speranzen, sieht er! fiel ihm der Edelmann ins Wort«. ›Er ist ein Sperenzchenmacher‹ heißt es in Ostpreußen für einen, der gar zu viele Bedenken hat und Schwierigkeiten bereitet. In der Oberlausitz bedeutet ›Sperrenzeln machen‹ dumme Streiche ausführen. Es ist dem bairischen ›Speranzel‹ gleich, das Lieblingskind, aber auch Schelm und Narr meinen kann. So heißt dort: ›oan zu sein'm Speranzl machen‹, ihn betrügen oder foppen.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Sperenzien — Spe|rẹnz|chen, Spe|rẹn|zi|en Plural <lateinisch> (umgangssprachlich für Umschweife, Schwierigkeiten); [keine] Sperenzchen oder Sperenzien machen   • Sperenzchen, Sperenzien Diesen Wörtern liegt das mittellateinische sperantia (= Hoffnung) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Sperenzien — Spe|rẹn|zi|en 〈Pl.; umg.〉 Umstände, Ausflüchte, Schwierigkeiten; oV ; Sperenzien machen [Etym.: <mlat. sperentia »Hoffnung«; zu lat. sperare »hoffen«; in der Bedeutung beeinflusst von sperren] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Sperenzien — Spe|rẹn|zi|en 〈nur Pl.; umg.〉 = Sperenzchen * * * Spe|rẹnz|chen, Spe|rẹn|zi|en <Pl.> [unter volksetym. Anlehnung an »sich sperren = sich zieren« zu mlat. sperantia = Hoffnung (dass das Sichzieren Wirkung hat)] (ugs.): 1. etw., womit jmd …   Universal-Lexikon

  • Sperenzchen — Ärger, Schwierigkeiten; (ugs.): Fisimatenten, Mätzchen, Sperenzien, Zicken; (österr. ugs.): Spompanade[l]n; (salopp): Faxen; (ugs. abwertend): Theater, Zirkus. * * * Sperenzchen(Pl):S.machen:⇨Umstand(II,2) Sperenzchenugs.für:Sperenzien,Ausflüchte …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Sperenzchen — Spe|rẹnz|chen, Spe|rẹn|zi|en Plural <lateinisch> (umgangssprachlich für Umschweife, Schwierigkeiten); [keine] Sperenzchen oder Sperenzien machen   • Sperenzchen, Sperenzien Diesen Wörtern liegt das mittellateinische sperantia (= Hoffnung) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Liste der Pluraliatantum — Diese Liste der Pluraliatantum ist eine Zusammenstellung der in der deutschen Sprache gebräuchlichen Pluraliatantum. Bei einigen Wörtern gibt es Singularformen, die jedoch so nur im Fachkontext benutzt werden. Ein Beispiel hierfür ist Elter.… …   Deutsch Wikipedia

  • Sperenzchen — Sperenzkes; Mätzchen; Spirenzchen; Albernheit * * * Spe|rẹnz|chen 〈nur Pl.; umg.〉 Umstände, Schwierigkeiten; oV Sperenzien ● Sperenzchen machen sich sträuben [<mlat. sperantia „Hoffnung“; zu lat. sperare „hoffen“; in der Bedeutung an sperren… …   Universal-Lexikon

  • Fisimatenten — machen: Umstände, Ausflüchte, nichtige Einwände machen (ähnlich wie ›Kinkerlitzchen‹, ›Sperenzien machen‹). Das seltsame Wort ist bis in die Mundarten hinein verbreitet, z.B. schwäbisch ›Mach mir keine Fisimatente‹, rheinisch ›Du häs nicks wie… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Sperenzchen — Spe|rẹnz|chen 〈Pl.; umg.〉 = Sperenzien …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Sperenzchen — Spl Umstände erw. stil. (17. Jh.) Hybridbildung. Diminutiv zu Sperenzien, einer Bildung zu l. spērāns ( antis) hoffend, erwartend , dem adjektivischen PPräs. von l. spērāre hoffen, erwarten . Die heutige Bedeutung (Sperenzchen machen sich wehren… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

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