spreizen


spreizen
Sich spreizen: sich gegen etwas sperren, sich sträuben, ursprünglich: sich recken wie ein Balken, sich gegen etwas stemmen, da ›spriuz‹ die mittelhochdeutsche Bezeichnung eines Stützbalkens war. Die ›Spreizen‹ verwendete man dann auch in Form von Stangen oder Balken, die zwischen zwei Lagen von Holz oder Steinen geklemmt wurden, um sie auseinander zu halten. Abraham a Sancta Clara gebrauchte im ›Judas‹ (I, 197) den redensartlichen Vergleich: »Er spreizt sich wie ein nagelneues paar Schweitzer-Hosen«.
   Sich gespreizt benehmen: sich geziert, unnatürlich, hochmütig benehmen. Die Redensart bezieht sich auf das geckenhafte, gespreizte Gehen mit auswärtsgedrehten Füßen, wobei ein Vergleich mit dem Hahn gezogen wird, der durch seinen besonderen Gang auf dem Hühnerhof imponieren will (›Imponiergehabe‹). So sagt man zum Beispiel schwäbisch ›Er spreizt sich wie der Gockeler auf dem Mist‹, er ist eitel und eingebildet.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • spreizen — Vsw std. (8. Jh., Form 16. Jh.) Stammwort. Mit Entrundung aus älterem mhd. spriuzen, ahd. spriuzen sich ausbreiten, stützen, stemmen (die Bedeutung stützen ist wohl abhängig von der Ableitung mhd. spriuz(e) Stützbalken ). Im übrigen eine… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Spreizen — Spreizen(Spreizn,Spreiz,Spreitzl,Spreitzerl)f 1.Zigarette.Oberd»Spreiz=Balken,Stange,Stab«.Analogzu»⇨Stäbchen«.1900ff,vonStudentenausgegangenundindieSoldatenspracheundinsRotweingedrungen. 2.Penis.DieBezeichnungenfürdieZigarettegeltenweitgehendauch… …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • spreizen — spreizen: Das nur dt. Verb ist die entrundete Form von älter nhd., spätmhd. spreutzen (mhd. spriuz̧en, spriuzen, ahd. spriuz̧an) und bedeutete ursprünglich »stemmen, mit einem Strebebalken stützen«. Erst im Nhd. hat es die Bedeutung »auseinander… …   Das Herkunftswörterbuch

  • spreizen — V. (Aufbaustufe) etw. so weit wie möglich seitwärts auseinanderstrecken Beispiele: Sie hat die Beine beim Turnen weit gespreizt. Der Pfau hat den Schwanz zu einem breiten Fächer gespreizt. Er fuhr sich mit gespreizter Hand durch das Haar …   Extremes Deutsch

  • spreizen — weiten; ausdehnen; ausleiern (umgangssprachlich); breiter machen; expandieren; aufweiten; dehnen; erweitern; ausweiten; extendieren; …   Universal-Lexikon

  • spreizen — abspreizen, ausbreiten, auseinanderbreiten, auseinanderstrecken, ausrecken, ausstrecken, breiten, breit machen, entfalten, seitwärtsstrecken, spannen, [weg]strecken; (geh.): entbreiten; (geh. veraltend): [aus]spreiten; (Bauw.): sprießen; (bes.… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • spreizen — sprei·zen; spreizte, hat gespreizt; [Vt] <die Arme, die Beine o.Ä.> spreizen die Arme, Beine o.Ä. (so weit wie möglich) auseinander strecken: Ein Vogel spreizt die Flügel …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • spreizen — spreizenrefl 1.sichbrüsten;prahlen.HergenommenvonderKörperhaltungdesPrahlers:erspreiztdieBeineunderwecktdadurchdenEindruckgrößererStandfestigkeitundGewichtigkeit(Wichtigtuerei).Seitdem16.Jh. 2.sichsträuben;Umständemachen;Widerwortegeben.Manstellts… …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • spreizen — spreize …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • spreizen — sprei|zen ; du spreizt; gespreizt …   Die deutsche Rechtschreibung


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