stopfen
Stopfen blasen: das Signal zum Aufhören geben. Die Wendung stammt aus der Soldatensprache. Der Hornist erhielt den Befehl ›stopfen‹ zu blasen, um damit das Ende einer militärischen Übung bekanntzugeben. Stopfen ist ein lateinisches Lehnwort. Es kommt von ›stuppa‹ = Werg und bedeutet ursprünglich etwas mit Werg ausstopfen, Risse, Löcher ausfüllen, auch: einen Weg verstopfen, jede Bewegung hemmen. Die letztere Bedeutung liegt der Redensart zugrunde, in der stopfen meint, daß etwas zum Halten (Aufhören) gebracht wird. Vergleiche englisch ›to stop‹.
   Etwas stopft sehr: es macht außerordentlich satt, das Essen ist besonders nahrhaft.
   Jemand stopft tüchtig: er langt beim Essen kräftig zu. Alles in sich hineinstopfen: alles essen, was vorhanden ist, seinen Hunger gierig und wahllos stillen. Wilhelm Raabe nannte einen solchen Menschen ›Stopfkuchen‹ und machte ihn zur Titelfigur eines seiner späten Romane.
   Alles hineinstopfen: in eine drangvolle Enge einzwängen, zum Beispiel in einen Korb oder einen Schrank. In übertragenem Sinne wird diese Wendung auch auf wissenschaftliche und literarische Arbeiten bezogen, die überaus viele Informationen, Ideen und Motive enthalten und dadurch unübersichtlich, unstrukturiert und überladen wirken.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • stopfen — stopfen …   Deutsch Wörterbuch

  • Stopfen — Stopfen, verb. regul. act. einen weichen Körper fest in eine Öffnung drücken, um diese damit anzufüllen. 1. Eigentlich mit der vierten Endung des weichen Körpers. Werk in ein Loch, in einen Ritz stopfen. Federn in das Küssen stopfen. Den Tobak in …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • stopfen — stopfen: Das westgerm. Verb mhd. stopfen, ahd. (bi , ver)stopfōn »dicht machen, verschließen«, niederl. stoppen »‹ver›stopfen, flicken; anhalten«, engl. to stop »‹ver›stopfen, aufhalten« ist wohl aus mlat. stuppare »mit Werg verstopfen« entlehnt …   Das Herkunftswörterbuch

  • Stopfen — stopfen: Das westgerm. Verb mhd. stopfen, ahd. (bi , ver)stopfōn »dicht machen, verschließen«, niederl. stoppen »‹ver›stopfen, flicken; anhalten«, engl. to stop »‹ver›stopfen, aufhalten« ist wohl aus mlat. stuppare »mit Werg verstopfen« entlehnt …   Das Herkunftswörterbuch

  • stopfen — V. (Mittelstufe) etw. mit Nadel und Faden ausbessern Beispiel: Die Mutter stopfte das Loch im Ärmel. Kollokation: Strümpfe stopfen stopfen V. (Aufbaustufe) etw. irgendwo unordentlich hineinstecken Synonyme: drücken, pressen, quetschen,… …   Extremes Deutsch

  • Stopfen — bezeichnet: einen Stöpsel einen Schliffstopfen, Teil eines Laborgerätes einen Kunststoffstopfen, Teil eines Laborgerätes Stopfen (Musik), eine Spieltechnik in der Musik Stopfen (Gleisbau), ein Arbeitsschritt im Gleisbau einen Wurf beim Basketball …   Deutsch Wikipedia

  • Stopfen — blasen: das Signal zum Aufhören geben. Die Wendung stammt aus der Soldatensprache. Der Hornist erhielt den Befehl ›stopfen‹ zu blasen, um damit das Ende einer militärischen Übung bekanntzugeben. Stopfen ist ein lateinisches Lehnwort. Es kommt von …   Das Wörterbuch der Idiome

  • stopfen — Vsw std. (9. Jh.), mhd. stopfen, ahd. stophōn, mndd. stoppen Entlehnung. Entsprechend ae. forstoppian zustopfen, schließen . Vermutlich entlehnt aus ml. stuppare mit Werg zustopfen , zu l. stuppa, stūpa Werg , das seinerseits aus gr. stýppē Werg… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Stopfen — Stopfen, 1) einen weichen Körper in eine Öffnung od. in ein Behältniß drücken, um dieselbe damit auszufüllen; vgl. Stopfbüchse; 2) (Landw.), so v.w. Nudeln, s.u. Gans S. 916; 3) ein Loch in einem gewebten od. gestrickten Zeuge mit kreuzweis… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Stopfen — Stopfen, eine Nadelarbeit, durch die fehlende oder zerrissene Fäden einer Strickarbeit oder eines Gewebes ersetzt werden. Man bedient sich beim S. desselben Materials, aus dem das beschädigte Stück hergestellt ist. Zum S. eines Kleiderstoffes… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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