Bewerbchen
Sich ein Bewerbchen machen: einen Vorwand suchen, eine angeblich wichtige Angelegenheit vorschieben, um jemanden sprechen (sehen) zu können, um ihm einen unverfänglichen Besuch abzustatten. Die besonders im mitteldeutsch-sächsischen Sprachgebrauch häufige Wendung wird gern auf Schüler bezogen, die sich auf diese Weise beim Lehrer oder Pfarrer einzuschmeicheln suchen, aber auch auf junge Leute, die ›anbandeln‹ möchten, oder deren Beziehung von ihnen noch geheimgehalten werden soll, obwohl es andere längst durch ihr auffälliges Verhalten gemerkt haben, Gewerbe.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Bewerbchen — Be|wẹrb|chen (landschaftlich); nur in sich ein Bewerbchen machen (unter Vortäuschung einer Beschäftigung ein bestimmtes Ziel verfolgen); ich mache mir ein Bewerbchen …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Bewerbchen — Be|wẹrb|chen: nur in der Wendung sich <Dativ> ein B. machen (landsch.; ↑Gewerbe 1) …   Universal-Lexikon

  • Bewerbchen — Bewerbchenn 1.Vorwand;günstigeGelegenheit.MeinteigentlichdieVorbereitungundZurüstungeinerSache.1800ff. 2.Bewerbchenmachen=sichanbiedern,umetwzuerreichen.1800ff …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • Gewerbe — Dem ursprünglichen Sinn von Gewerbe, nämlich: Tätigkeit, bei der man sich umherbewegt (zu ›werben‹, ursprünglich = sich drehen, hin und her gehen), steht noch nahe: sich ein Gewerbe (zu oder aus etwas) machen: eine Beschäftigung, einen Gang… …   Das Wörterbuch der Idiome

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