vier(e)


vier(e)
Er ist auf allen vieren beschlagen und hat noch ein Hufeisen in der Tasche: er ist sehr listig und geschäftstüchtig, er hat immer noch etwas im Hintergrund, einen Ausweg, er weiß stets eine treffende Antwort, eigentlich: es mangelt ihm wie einem gutbeschlagenen Pferd an nichts, ein Verlust hält ihn nicht lange auf, denn er besitzt Reserven. Die in Norddeutschland verbreitete Redensart begegnet auch in mundartlicher Form, z.B. siebenbürger-sächsisch ›Dî äs af alle vären beschlôen‹.
   Mit allen vieren danach greifen: so begierig sein, daß die Hände zum Zufassen nicht reichen und am liebsten noch die Füße zu Hilfe genommen würden.
   Alle viere grade sein lassen: sich nicht im geringsten bemühen, faulenzen, sich nicht mehr um seine eigenen Angelegenheiten und die anderer kümmern, fünf.
   Alle viere von sich strecken: Umschreibung für schlafen, sich faul ausstrecken, aber auch für sterben.
   Auf allen vieren gehen (kriechen): auf Händen und Füßen gehen, sich nur mühsam fortbewegen können, schwach und krank oder betrunken sein und sich deshalb nicht aufrichten können, aber auch: einen gefahrvollen Weg (glatt, steil, beobachtet) zu bewältigen suchen.
   Auf alle viere fallen: bei einem Unglück zu keinem größeren Schaden kommen. Die Redensart bezieht sich auf die Katze, die bei jedem Sturz sicher auf den Füßen landet und sich nicht verletzt.
   Ein Vierer sein: ein dummer Mensch sein, dem ein Sinn fehlt.
   Unter vier Augen Auge.
   Auf seinen vier Buchstaben Buchstabe.
   In seinen vier Wänden Wand.
   In alle vier Winde Wind.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • vier — [fi:ɐ̯] <Kardinalzahl> (als Ziffer: 4): vier Personen. * * * vier 〈Adj.; Kardinalzahl; als Ziffer: 4〉 →a. acht ● alle viere von sich strecken 〈umg.〉 sich bequem lang ausstrecken; der Hund streckte alle viere von sich verendete; mit jmdm.… …   Universal-Lexikon

  • Vier — Bordes Vier Bordes Pays   …   Wikipédia en Français

  • Vier — Vier, eine Grundzahl, welche sich zwischen drey und fünf in der Mitte befindet, und entweder ihr Hauptwort bey sich hat, oder nicht. Im ersten Falle bleibt sie sowohl der Endung, als dem Geschlechte nach unverändert. Vier Männer, vier Häuser,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • vier — • vier Nur Kleinschreibung {{link}}K 78{{/link}}: – die vier Elemente – die vier Evangelisten – die vier Jahreszeiten – etwas in alle vier Winde [zer]streuen – in seinen vier Wänden (umgangssprachlich für zu Hause) bleiben – sich auf seine vier… …   Die deutsche Rechtschreibung

  • vier — [fiːɐ̯] Zahladj; 1 (als Ziffer) 4; ↑Anhang (4): zwei plus / und zwei ist / macht / gibt vier (2+2=4) 2 um vier gespr; um 4 oder um 16 Uhr: Wir treffen uns heute um vier 3 vier (Jahre alt) sein 4 Lebensjahre haben: Mein kleiner Bruder ist erst… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • vier — vier: Das gemeingerm. Zahlwort mhd. vier, ahd. fior, got. fidwōr, engl. four, schwed. fyra beruht mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen auf idg. *ku̯etu̯er »vier«, vgl. z. B. aind. cátur »vier«, russ. četyre »vier«, lat. quattuor… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Vier — [fiːɐ̯] die; , en; 1 die Zahl 4 2 jemand / etwas mit der Ziffer / Nummer 4: Die Vier hat das Rennen gewonnen; Zum Bahnhof fährst du zuerst mit der Vier und steigst dann in die Acht um 3 eine Schulnote, mit der man (auf der Skala von 1 bis 6) eine …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • vier — AdjNum std. (8. Jh.), mhd. vier, ahd. fior, as. fi(u)war, fier, fior Stammwort. Aus wg. * fewar, auch in ae. fēower, afr. fiār, fiūwer. Diese Form ist vereinfacht aus g. * fedwōr in gt. fidwor, anord. fjórir (auch ae. fyđer in Zusammensetzungen) …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Vier — Vier, die; , en (Zahl); eine Vier würfeln; sie hat in Latein eine Vier geschrieben; vgl. 1Acht und Eins …   Die deutsche Rechtschreibung

  • vier — Num. (Grundstufe) die Ziffer 4 Beispiele: Es ist halb vier. Sie haben vier Kinder …   Extremes Deutsch

  • Vier — Vier, einfache Zahl, ist das Quadrat von der Zwei (2 × 2 = 4) u. auch das Resultat der Addition dieser Zahl mit sich selbst (2 + 2). Sie liegt als Zahl dem Viereck u. bes. dem Quadrat zu Grunde. Die V. hielt bes. Pythagoras heilig; vgl. Tetraktys …   Pierer's Universal-Lexikon


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