Brei
Brei im Mund haben: undeutlich reden; schon bei Luther belegt: »sie mummeln, als hetten sie heiszen brei im maule«. Daher auch das noch heute gebräuchliche Schimpfwort ›Breimaul‹.
   Jemandem Brei ums Maul schmieren: ihn mit Versprechungen verlocken, ihn umschmeicheln. Einem Brei zu essen geben: seiner eigenen Kraft zuwenig überlassen. Jemandem den Brei versalzen: ihm die Freude verderben, ähnlich wie ›Jemandem die Suppe versalzen‹, Suppe. Eine zweite Parallele zur Suppe ist die Redensart Er hat ihm einen schönen Brei angerührt: er hat ihn in eine große Verlegenheit gebracht, vgl. ›Einem eine Suppe einbrocken‹. Den Brei selbst auslöffeln müssen: die Folgen allein tragen müssen. Brei ist die Lieblingsspeise der Kinder; daher: Laß dem Kind seinen Brei: verdirb ihm nicht seine Freude. Kölnisch ›Die han jet en der Brei ze brocke‹, sie haben etwas zuzusetzen, sie sind wohlhabend. Dagegen: Etwas satt haben wie kalten Brei: genug davon haben. Sich in den Brei mischen, Seinen Brei dazugeben: sich in fremde Dinge einmischen, ähnlich wie ›Seinen Senf dazugeben‹, Senf; vgl. französisch ›Y mettre son grain de sel‹ (wörtlich: sein Salzkorn dazugeben).
   Niederdeutsch ›He hat in den Bre dan‹, er hat dummes Zeug gemacht. Jemanden zu Brei hauen: ihn durchprügeln; vgl. französisch ›faire chair à pâté de quelqu'un‹ (wörtlich: jemanden klein hacken).
   Um den Brei herumreden: nicht zum Wesentlichen kommen. Wie eine Katze um den heißen Brei herumgehen Katze; vgl. französisch ›tourner autour du pot‹ (wörtlich: um den Topf herumgehen). ›In den Brei fallen‹ sagt man holsteinisch für: ›Mit der Türe ins Haus fallen‹.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • brei — s.m. (bot.) 1. Mică plantă erbacee cu frunze opuse, flori verzui şi fructul capsulă, răspândită în pădurile umbroase (Mercurialis perennis). 2. Trepădătoare. – Din bg. brei. Trimis de valeriu, 13.09.2007. Sursa: DEX 98  BREI s. (bot.;… …   Dicționar Român

  • Brei — oder Mus ist die ursprünglichste unter den Mehlspeisen, eine möglichst vollkommene Auflösung des Leimstosss mehliger Körner, Samen oder Wurzeln, und aus diesem Grunde eine sehr nahrhafte, gesunde Speise; er dient schon den Säuglingen zur Nahrung… …   Damen Conversations Lexikon

  • Brei — der; (e)s, e; meist Sg; 1 eine gekochte, dickflüssige Speise aus Grieß, Haferflocken, Kartoffeln, Reis o.Ä. || K: Grießbrei, Haferbrei, Kartoffelbrei, Reisbrei 2 eine zähflüssige Masse <etwas zu Brei zerstampfen; einen Brei anrühren> || ID… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Brei — Sm std. (8. Jh.), mhd. brī(e), ahd. brī(o), brīwo, mndd. bri, brīg, mndl. bri Stammwort. Aus vd. * brīwa m. Brei . Dies gehört am ehesten zu der Grundlage von brauen, ig. * bherw /bhreu , aber zu einem sonst nicht belegten Erweiterungstyp * bhr… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Brei — Brei, Speise, die weich u. dünn gekocht ist, daß sie sich wie eine Latwerge streichen läßt. Nach den Bestandtheilen gibt es Äpfel , Birnen , Pflaumen , Kartoffel , Hafer , Grütz B. etc. Der B. ist eine der unschädlichsten u. verdaulichsten… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Brei — 1. ↑Püree, 2. Magma …   Das große Fremdwörterbuch

  • Brei — (der), Papp (der) …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • Brei — Brei: Das westgerm. Wort mhd. brī‹e›, ahd. brīo, niederl. brij, aengl. brīw gehört im Sinne von »Sud, Gekochtes« zu der unter ↑ Bärme dargestellten idg. Wurzel …   Das Herkunftswörterbuch

  • Brei — der; [e]s, e …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Brei — 1. A Brei waart so hiat egh idjen üs r ap den waart. (Nordfries.) Als Trost den Befehlen der gestrengen (grossen und kleinen) Herren gegenüber, um anzudeuten, dass die Strenge in der Ausführung abgeschwächt wird. 2. Brei essen nur Narren mit… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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