brummen
begegnet häufig in redensartlichen Vergleichen, z.B. Brummen wie ein Bär; vgl. niederländisch ›Hij bromt als een nordsche beer‹; Brummen wie ein Baß (wie eine Baßgeige). Ihm brummt der Kopf: er hat einen schweren Kopf, er hat Kopfweh; seit dem 18. Jahrhundert bekannt. In den Bart brummen Bart.
   Jemand muß brummen: eine Strafe absitzen, seit dem 19. Jahrhundert in der Gauner-, Schüler- und Studentensprache; vgl. hierzu auch: › aufbrummen. Jemandem eine Strafe aufbrummen‹.
   Die Bedeutung von ›Im Gefängnis sitzen‹ ist wohl rückgebildet aus dem rotwelschen Substantiv ›Brummbajes‹ = Bienenstock und Gefängnis. Der sprachliche Vergleich bezieht sich auf die wabenartig angeordneten Zellen für die Gefangenen. Vgl. auch schlesisch ›Er wird eine Brummsuppe bekommen‹, er wird eine Freiheitsstrafe zu erwarten haben.
   Musik- und Lärmgeräte hatten einst auch die Funktion von Strafgeräten. Sie verkörperten dabei die Stimme des strafenden Elementes, des Rachedämons, der richtenden Gottheit, die sich im Tosen und Tönen, im Brummen und Brausen, im Pfeifen und Heulen offenbarte. Zu ihnen gehörten auch die verschiedenen Streichinstrumente, nach denen man mancherorts die Gefängnisse und Pranger benannte. So hatte z.B. das Grazer Schloßbergverlies den volkstümlichen Namen ›Baßgeige‹, in Norddeutschland erhielt der Pranger den Namen ›Fiedel‹, und in Schwaben ›Geige‹, Geige.
• J. GRIMM: Deutsche Rechtsaltertümer II, S. 323; H. FISCHER: Musikinstrumente in der alten Strafrechtspflege, in: Antaios 12 (1971), S. 321-331.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • brummen — brummen: Das Verb mhd., spätahd. brummen steht im Ablaut zu mhd., mnd. brimmen »brummen, brüllen« und mnd. brammen »brummen, schreien, klagen«, vgl. außerhalb des Dt. z. B. niederl. brommen »brummen, summen, surren« und schwed. brumma »brummen,… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Brummen — Brummen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und eine Nachahmung des langsamen dumpfigen Tones ist, welchen gewisse Thiere, als Bären, Kühe und Ochsen von sich hören lassen. Der Bär brummet vor Unmuth. Die Kühe brummen.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • brummen — V. (Mittelstufe) ein tiefes, summendes Geräusch von sich geben Beispiel: Auf der Wiese hörten wir Hummeln brummen. brummen V. (Aufbaustufe) etw. sehr leise und mit tiefer Stimme singen oder summen Beispiel: Der junge Mann brummte eine schöne… …   Extremes Deutsch

  • brummen — Vsw std. (12. Jh.), mhd. brummen Stammwort. Lautmalende Bildung, der Wörter für summen, surren am nächsten stehen (Breme, Bremse). Weiter ab liegt die Bedeutung brüllen , die bei entsprechender Lautform vorkommt (ahd. breman, l. fremere u.a.) Die …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Brummen — Brummen, 1) Bezirk von 5500 Ew. in der niederländischen Provinz Gelderland; 2) Marktflecken darin, links an der Issel; 1000 Ew …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Brummen — Gemeinde Brummen Flagge Wappen Provinz …   Deutsch Wikipedia

  • brummen — surren; summen; grollen; dröhnen; knurren; brummeln; boomen; erfolgreich sein; florieren; blühen * * * brum|men [ brʊmən]: 1. <itr.; …   Universal-Lexikon

  • Brummen — *1. A brumt wie a Zedelbar. – Gomolcke, 6. Robinson hat Zeidel Baar. *2. Er brummt wie ein Bär. – Kirchhofer, 272. Von zänkischen oder gern keifenden Personen. Holl.: Hij bromt als een nordsche beer. (Harrebomée, I, 41.) *3. Er brummt wie eine… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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