Buchholtz

Buchholtz
Dazu hat Buchholtz kein Geld nicht (sagt der Alte Fritz). Vom Alten Fritz wird erzählt, daß er mit diesem Bescheid Forderungen und Wünsche abzulehnen pflegte, die an ihn herangetragen wurden, besonders nach dem Siebenjährigen Krieg, als die Staatskassen erschöpft waren. Die Redensart bezieht sich auf den preußischen Hofstaatsrentmeister und späteren Schatzmeister Friedrichs d. Gr. August Buchholtz (1706-98).
   Die berlinische Redensart ›Denn kenn'n Se Buchholtzen schlecht (flach)!‹ wird ebenfalls auf die Gewohnheit Friedrichs d. Gr. zuruckgeführt, sich bei einem ablehnenden Bescheid auf seinen Schatzmeister zu berufen mit den Worten: »Da kennt er Buchholtz schlecht!« Dieser war sehr sparsam und suchte übertriebene Ausgaben daher abzusetzen, unnütze zu hintertreiben. In Berlin erzählt man zu dieser Redensart folgende Anekdote: Ein Geistlicher tröstet einen Sterbenden, er werde droben seine Lieben wiedersehen. Der Sterbende ängstlich: »Herr Predjer, Buchholtzen ooch?« Der Prediger: »Gewiß, wenn Buchholtz als Christ gestorben ist.« »Hurrjott, denn jeht det Luderleben da ooch wieder los!« »O, mein Freund, dort nähren wir uns von himmlischer Speise, und auch Buchholtz wird dort ein himmlisches Leben führen!«
»Ach, Herr Predjer, denn kenn' n Se Buchholtzen schlecht!« (Vgl. Büchmann; als Schwank erzählt bei Asmus-Knoop, Kolberger Volkshumor [Köslin 1927], Nr. 96).
• Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins (1912), Nr. 2, S. 22; RICHTER-WEISE, S. 231; L. RÖHRICH: Sprichw^rtliche Redensarten aus Volkserzählungen, in: Volk, Sprache, Dichtung. Festgabe für Kurt Wagner (Gießen 1960); H. MEYER: Der richtige Berliner (München 10. Auflage 1965).

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.


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