Bude
in der Bedeutung ›Zimmer, Wohnung‹ ist seit 1850 aus der Leipziger Studentensprache in die allgemeine Umgangssprache vorgedrungen und hat das ältere ›Kneipe‹ = Studentenwohnung abgelöst. Hieraus erklärt sich die Redensart. Jemandem auf die Bude rücken: ihn aufsuchen, um ihm die Meinung zu sagen, in der Studentensprache mit dem Nebensinn: ihm die Forderung auf eine Mensur überbringen.
   Jemandem die Bude einlaufen: ihn immer wieder aufsuchen, ähnlich wie das ältere ›Ihm die Tür einlaufen‹, Tür. Aus der Handwerkersprache stammt die Wendung: Buden abschaben: nach Arbeit suchen. Studentisch ist ebenfalls die Bude auf den Kopf stellen: Unordnung machen, ein ausgelassenes Fest feiern ( Budenzauber).
   Aus Berlin stammt die Wendung Leben in die Bude bringen: für Unterhaltung und Stimmung sorgen, ironisch angewendet in einem Brief Theodor Fontanes an seine Schwester am 30.8.1859: »Zum Glück wurde Emilie ein kleines bißchen ohnmächtig, was wieder eine vorübergehende Tätigkeit in die Bude brachte«. Vgl. niederländisch ›Leven in de brouwerij brengen‹.
   Von den Spielbuden der wandernden Schauspielertruppen des 18. und 19. Jahrhunderts stammt die Redensart Die Bude zumachen mit der übertragenen Bedeutung mit dem Geschäft am Ende sein, in Zahlungsschwierigkeiten sein, z.B. norddeutsch ›He heft de Bood tojemoakt‹, er hat Konkurs gemacht. Im Leipziger Juristendeutsch bedeutet die Redensart: die mündliche Verhandlung schließen. Vgl. französisch ›fermer la boutique‹.
   Es schneit (regnet) ihm in die Bude: sein Geschäft geht schlecht, z.B. obersächsisch ›'s hunt mer in de Bud g(e)räänt‹, ich bin in eine üble Lage gekommen.
   Einem fällt die Bude auf den Kopf: er hält es im Zimmer nicht mehr aus, er kann das Alleinsein nicht ertragen. Eine sturmfreie Bude haben: ein Zimmer mit separatem Eingang, das vom Vermieter nicht überwacht werden kann, Stube.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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