Busch


Busch
Auf den Busch klopfen: etwas zu erkunden suchen, ist der Jäger- und Vogelstellersprache entlehnt: Durch Schlagen der Büsche und des Unterholzes wird das Wild aus seinem Versteck aufgescheucht.
   Schon in Strickers ›Daniel von dem blühenden Tal‹ um 1220 heißt es (V. 3647 ff.) von Daniels Kampfesweise:
   Alsam ein jegere
   Ob eines hasen legere
   Uf den busch trischet,
   und der hase hinwischet,
   alsô sluoc er ûf den man
   daz diu sêle kume entran,
und in Johann Fischarts ›Geschichtklitterung‹ 1575 (S. 199): »schlug in den Pusch vnd fieng kein Vogel«. Eine ähnliche Wendung verzeichnet Tunnicius 1513 als Nr. 515 seiner ›Sprichwörter‹: »Ein ander kloppet up den busch, mer du krichst den vogel«. So noch heute obersächsisch ›Der eene kloppt ufn Busch, der andere hascht den Vogel‹, du hast die Mühe und ein anderer den Gewinn davon. Ähnlich französisch ›Il a battu les buissons et un autre a pris les oisillons‹ (allerdings nicht mehr gebräuchlich) und englisch ›One beats the bush and another catches the bird‹. In Ludwig Uhlands Gedicht ›Der weiße Hirsch‹ (1811) ist die Redensart ebenfalls verwendet:
   Mir hat geträumt, ich klopf auf den Busch,
   Da rauschte der Hirsch heraus, husch, husch.
Neuerdings begegnet die Redensart auch in der Form Bei jemandem auf den Busch klopfen: vorfühlen, sondieren.
   Es ist etwas im Busche: im Verborgenen bereitet sich etwas vor; jemand hat die Ahnung, daß er einem Geheimnis auf der Spur ist.
   Sich seitwärts in die Büsche schlagen: sich nach der Seite entfernen, ist einer Zeile des Gedichtes ›Der Wilde‹ von Gottfried Seume (1801) entnommen.
   Mit einer Sache hinter dem Busch halten (achter'n Busch hollen): sie geheim halten, eng verwandt mit ›Hinter dem Berge halten‹. Obersächsisch ›Du siehst den Busch vor lauter Bäämen nicht‹ ( Wald).
   Allen Büschen zu ferne sein: sich einer Sache nicht nähern können, sie nicht fassen. So Luther (2,476b); »das weisz ich aber wol, wie fast der geist alles alleine thut, were ich doch allen püsschen zu ferne gewest, wo mir nicht die Sprachen geholfen und mich der schrift sicher und gewis gemacht hetten«; sowie (3,68b) »das mein armer rottengeist, wo er hinaus wil, allen püsschen zu ferne ist«.
   Niederdeutsch bedeutet ›ut'n Busch snacken‹, hinter dem Rücken eines anderen üble Nachrede führen.
• H. PAUL: ›Beiträge zum deutschen Wörterbuch‹, in: Zeitschrift für deutsche Wortforschung 10, S. 101; Deutsches Wörterbuch II, S. 558; L. RÖHRICH und G. MEINEL Redensarten aus dem Bereich der Jagd und der Vogelstellerei, S. 313-323.}
Auf den Busch klopfen. P.e.R., Plate Cll.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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