dran
Es ist etwas dran sagt man, wenn ein Sachverhalt nicht richtig dargestellt wird, aber trotzdem ›ein Körnchen Wahrheit‹ enthält. In Rinckharts ›Eislebischem Ritter‹ (V. 2485) sagt Polylogus, als das Gerücht, Luther sei vom Teufel geholt worden, im Volke umgeht:
   Mein gnädigst Herrn wolln mir verzeyhn,
   Es muß doch etwas daran seyn.
Kann man von einer Sache oder einem Gegenstand sagen: Da ist alles dran, dann ist die Sache vollkommen, es fehlt daran nichts. Von einer Frau mit guter Figur sagt man: ›An ihr ist alles dran‹. Sehr häufig wird die Redensart noch erweitert: Da ist alles dran und nichts vergessen. Aus dem süddeutschen Raum stammt die ironische Wendung Da ist alles dran, nur keine Bremsen. Man will damit sagen, daß die Sache an sich tadellos in Ordnung und vollständig sei, bis auf eine wichtige Kleinigkeit. Höchst minderwertiges Zeug tut man mit der Bemerkung ab {\i Da ist alles dran und nichts vergessen, fehlt bloß der Griff zum Wegschmeißen.
   Einen drankriegen}: ihn überlisten, zur Verantwortung ziehen.
   Feste dran müssen: tüchtig arbeiten, sich plagen müssen, zupacken, helfen müssen, in die Arbeit eingespannt sein.
   Sich dranhalten: beim Essen tüchtig zugreifen (französisch ›bien se tenir à table‹), beim Genuß schöner Dinge der erste sein, das Angenehme im Leben rasch genießen, aber auch: sich bei der Arbeit beeilen, sich über etwas ständig aufregen, immer wieder davon sprechen.
   Dran glauben müssen: das Opfer sein, sterben müssen. Formelhafte Wendungen wie Drauf und dran sein: im Begriff, gerade dabei sein, etwas zu beginnen, und Das Drum und Dran einer Sache beachten (kennen), werden in der Umgangssprache häufig gebraucht.
   Auf zahlreiche Erfindungen und Neuerungen paßt mit gutem Recht die volksläufige Wendung ›Das Neue daran ist nicht gut, und das Gute daran ist nicht neu‹. Dieser Satz ist eigentlich eine verzerrte Wiedergabe des Distichons ›Auf mehrere Bücher. Nach Lessing‹, das J.H. Voß in seinem ›Musenalmanach‹ (1792) veröffentlichte:
   Dein redseliges Buch lehrt mancherlei Neues und Wahres,
   Wäre das Wahre nur neu, wäre das Neue nur wahr!
Am dransten sein: an die Reihe kommen, besonders beim Kartenspielen und beim Anstehen in einer Schlange gebraucht. Witzige Steigerung von dran: ›Draner, am dransten‹.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • dran — [dran] <Adverb> (ugs.): daran: ich gehe dran vorbei; ich bin als nächstes dran; am Auto ist etwas dran (ist etwas nicht in Ordnung); er weiß nicht, wie er mit ihr dran ist (was er von ihr, ihrem Verhältnis zu ihm halten soll); an dem… …   Universal-Lexikon

  • drań — {{/stl 13}}{{stl 8}}rz. mos V, lm M. dranie, D. drani || draniów, pot. {{/stl 8}}{{stl 7}} mężczyzna nieuczciwy, podły, niemający skrupułów, nikczemny, cyniczny; także wyzwisko kierowane pod adresem mężczyzny, który nie spełnił czyichś oczekiwań …   Langenscheidt Polski wyjaśnień

  • Dran — Dran, Heinrich Franz le D., s. Ledran …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Dran — Dran, r. Nebenfluß der Drau in Steiermark, kommt vom Bachergebirge, mündet unterhalb Pettau …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Dran — Dran, S. Daran, Anm. 3 …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • dran — (dran) s. m. Terme de marine. Drosse de basse vergue …   Dictionnaire de la Langue Française d'Émile Littré

  • dran — dran:1.⇨daran(1)–2.⇨fällig(1)–3.allesd.:⇨hervorragend(1);nichtsd.:⇨schlecht(1);draufundd.sein:⇨Begriff(3);d.sein,amdranstensein:⇨Reihe(5);d.glaubenmüssen:⇨sterben(1) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Drän — Drän,der:⇨Abflussgraben …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Drän — 〈m.; Gen.: s, Pl.: s od. e〉 oV 1. Entwässerungsgraben, Abwasserröhre 2. 〈Med.〉 Gummiröhrchen mit seitl. Öffnungen zur Dränage [Etym.: <frz. drain »Abzugsrohr, kanal«] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Drän — vgl. Drain …   Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke

  • Drän — der; s, Plur. s u. e eingedeutschte Form von ↑Drain>: 1. Entwässerungsgraben, röhre. 2. svw. ↑Drain …   Das große Fremdwörterbuch

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