eingehen
Bei einer Sache eingehen: Mißerfolg haben; eingehen wird hier im Sinne von ›absterben, aufhören‹ gebraucht; ähnlich sagt man z.B. von einem Geschäft oder von einer Zeitung: Sie sind eingegangen: sie haben aufgehört zu bestehen. Vor allem in der Jägersprache bedeutet ›eingegangen sein‹ soviel wie verendet sein (z.B. ›In einem strengen Winter geht viel Wild ein‹). Das Eingehen der Pflanzen wird im redensartlichen Vergleich auf den Menschen übertragen, z.B. Eingehen wie eine Primel (pott), wie ein Kaktus.
   Eine andere Bedeutung liegt zugrunde bei: Es geht ihm schwer ein: es will ihm nicht in den Kopf, er versteht es nicht; vgl. französisch ›Cela ne veut pas lui rentrer dans la tête‹ (wörtlich: Das will ihm nicht in den Kopf), Kopf; umgekehrt auch: Es geht ihm ein wie Honig (Öl): er hört es gerne, ähnlich schon in Murners ›Kirchendieb- und Ketzerkalender‹: »Es geht süß ein, wie Muskatellerwein«.
   Etwas ist eingegangen kann sich auch auf den Stoff beziehen, der beim Waschen kürzer geworden ist.
   Auf etwas eingehen: einen Vorschlag annehmen, sich mit einer Idee auseinandersetzen, sich an etwas beteiligen.
   Auf jemanden eingehen: Verständnis zeigen, seine Anregungen aufgreifen, Fragen und Probleme eines anderen ernst nehmen.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Eingehen — Eingehen, verb. irreg. neutr. (S. Sehen,) welches das Hülfswort seyn erfordert. 1. Hinein gehen. 1) Eigentlich, vermittelst der Füße, in welchem Verstande es im Oberdeutschen noch häufig ist. Daher die biblische Ausdrücke, zu jemanden eingehen,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • eingehen — V. (Mittelstufe) sich auf etw. einlassen Beispiel: Vor zwei Jahren sind sie die Ehe eingegangen. Kollokation: ein Risiko eingehen eingehen V. (Aufbaustufe) unter Einwirkung zu hoher Temperatur schrumpfen Synonyme: einlaufen, schrumpfen Beispiel:… …   Extremes Deutsch

  • eingehen — Vsw std. (8. Jh.), mhd. īngān, ahd. īngān, as. ingān, afr. ingān Stammwort. In der eigentlichen Bedeutung in etwas hineingehen schon alt; früh auch schon eine Verpflichtung eingehen und etwas erörtern . Die spezielle Bedeutung geht aus vom… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Eingehen — Eingehen, 1) von Tuch u. Leder, welches in die Nässe kommt, sich zusammenziehen; daher Tuch eingehen lassen, dasselbe vor dem Verarbeiten in ein feuchtes leinenes Tuch schlagen, damit es sich zusammenziehe u. das daraus gefertigte Kleidungsstück… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Eingehen — bei Geweben, s. Einlaufen; in der Jägersprache vom Wild soviel wie eines natürlichen Todes sterben …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • eingehen — ↑ gehen …   Das Herkunftswörterbuch

  • eingehen — Stellung beziehen (zu); Position beziehen; Stellung nehmen (zu); reagieren; beantworten; antworten; erwidern (auf); (sich) abgeben; engagiert ( …   Universal-Lexikon

  • Eingehen — Krumpfung (Textilien); Einlaufen * * * ein|ge|hen [ ai̮nge:ən], ging ein, eingegangen: 1. <itr.; ist an der entsprechenden Stelle eintreffen: es geht täglich viel Post ein; der Betrag ist noch nicht auf unserem Konto eingegangen. Syn.: ↑… …   Universal-Lexikon

  • eingehen — ein·ge·hen (ist) [Vt] 1 etwas (mit jemandem) eingehen zu jemandem persönliche, geschäftliche oder diplomatische Beziehungen herstellen, meist indem man eine Art Vertrag schließt <ein Bündnis, einen Handel, eine Wette mit jemandem eingehen;… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • eingehen — 1. a) aufgenommen werden, Aufnahme/Eingang finden, eindringen, sich einnisten, gelangen. b) betreten, eintreten, gehen, hineingehen, [hinein]treten. 2. ankommen, eintreffen, kommen, übermittelt werden; (ugs.): eintrudeln; (Amtsspr.): zugestellt… …   Das Wörterbuch der Synonyme

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