Gerhard

Gerhard
Am Niederrhein kennt man einige Redensarten mit dem Namen Gerhard. Wenn man einen einfältigen Menschen bezeichnen will, sagt man von ihm: ›Er glaubt, Gott heiße Gerhard‹, oder, was ebensoviel bedeuten mag: ›Er läßt sich aufbinden, Gott heiße Gerhard‹. Kinder und abergläubische Leute fürchten sich vor dem ungeborenen Gerhard, ein verhüllender Teufelsname, weshalb man auch einen Feigling, der im Dunkeln nicht allein umherzugehen wagt, oft schilt, daß er sich ›vor dem ungeborenen Gerhard (Girrat) fürchtet‹. Auch in Linz am Rhein kennt man die nächtlich einherschreitende Spukgestalt des ungeborenen Gerhards.
• MONTANUS: Die Vorzeit der Länder Cleve- Mark, Jülich-Berg und Westphalen, neu hg. von W.v. Waldbrühl, Bd. I (Elberfeld 1870), S. 15.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.


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