Gerücht
Nur ein Gerücht sein: eine unbewiesene Nachricht, ein nicht unbedingt glaubwürdiges Gerede.
   Einem bloßen Gerücht Glauben schenken: etwas für wahr halten, leichtgläubig sein, etwas ohne Prüfung hinnehmen.
   Einem Gerücht zum Opfer fallen: eine Schädigung seines Rufs erfahren, ohne sich dagegen wehren zu können.
   Ein Gerücht verbreiten Gerüchteküche, Gerüchteküche.
   Das Wort ›Gerücht‹ stammt aus dem Mittelniederdeutschen und wurde in spätmittelhochdeutscher Zeit entlehnt. Es entspricht dem mittelhochdeutschen ›gerüefte‹, einem Verbalabstraktum zu ›rufen‹. Es bezeichnet zunächst das rechtlich relevante Geschrei über eine Untat und sinkt dann zum bloßen ›Gerede‹ ab. Gerüchte entstehen aus Neid, Mißgunst, Unwissenheit, Vorurteil oder Bosheit, mitunter auch aus bloßem Wunschdenken. Meist tragen Unsicherheit, fehlende wirkliche Informationen und Vermutungen dazu bei. Davon verschont bleiben nichts und niemand.
• G.A. FINE und J.S. SEVERANCE: Artikel ›Gerücht‹, in: Enzyklopädie des Märchens V, Spalte 1106-1109.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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  • Gerücht — Gerücht, eine sich mündlich verbreitende, noch unsichere Nachricht …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Gerücht — Lieblingswaffe des Rufmörders. «Ambrose Bierce» Wo Nachrichten fehlen, wachsen die Gerüchte. «Alberto Moravia [1907 1990]; ital. Schriftsteller» …   Zitate - Herkunft und Themen

  • Gerücht — ↑Fama, ↑Latrinenparole, ↑Ondit …   Das große Fremdwörterbuch

  • Gerücht — Sn std. (10. Jh., Form 14. Jh.) Stammwort. In spätmittelhochdeutscher Zeit aus mndd. geruht, gerüht entlehnt, das (mit niederdeutschem ft > ht) mhd. geruofede, geruofte, gerüefte, ahd. gihruofti entspricht. Dieses ist ein Verbalabstraktum zu… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Gerücht — Gerücht: Mnd. geruchte, das (mit niederd. cht statt hochd. ft ) mhd. geruofte »Geschrei« entspricht, gehört mit den unter ↑ anrüchig, ↑ berüchtigt und ↑ ruchbar behandelten Wörtern zu der Wortgruppe von ↑ rufen und bedeutete ursprünglich »Gerufe …   Das Herkunftswörterbuch

  • Gerücht — 1. Das erste Gerücht überwindet man nicht. Böhm.: Chceš míti dobrou povĕst ? O první pečuj. (Čelakovský, 105.) Poln.: Chcesz mieć dobrą sławę? o pierwszą się staraj. (Čelakovský, 105.) 2. Das Gerücht geht voraus, ehe man verlässt das Haus. Böhm …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Gerücht — Ein Gerücht (griech. pheme bzw. phama; lat. fama[1]), auch On dit (frz.: man sagt) ist eine unverbürgte Nachricht, die stets von allgemeinen bzw. öffentlichen Interesse ist, sich diffus und zumeist mündlich verbreitet und deren Inhalt mehr oder… …   Deutsch Wikipedia

  • Gerücht — Fama; Hörensagen; Latrinenparole (umgangssprachlich); unbestätigte Meldung; Vernehmen * * * Ge|rücht [gə rʏçt], das; [e]s, e: etwas, was allgemein gesagt, weitererzählt wird, ohne dass bekannt ist, ob es auch wirklich zutrifft: das ist nur ein… …   Universal-Lexikon

  • Gerücht — Ge·rụ̈cht das; (e)s, e; 1 eine Neuigkeit oder Nachricht, die sich verbreitet, ohne dass man weiß, ob sie wirklich wahr ist <ein Gerücht kursiert / geht um, verbreitet sich; ein Gerücht ausstreuen / in Umlauf setzen / in die Welt setzen,… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Gerücht — das Gerücht, e (Mittelstufe) unbestätigte Nachricht, die herumerzählt wird Beispiele: Wer hat dieses Gerücht in Umlauf gesetzt? Die Schauspielerin hat die Gerüchte über ihre Scheidung dementiert. Das ganze Land schwirrt vor Gerüchten …   Extremes Deutsch

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