geschnatzt
Geschnatzt und aufgesatzt: fertig gerichtet (frisiert) sein. Die Wendung ist vor allem durch den Vers in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (89: ›Die Gänsemagd‹) bekannt geworden:
   Weh, weh, Windchen,
   nimm Kürdchen sein Hütchen
   und laß'n sich mit jagen,
   bis ich mich geflochten und geschnatzt
   und wieder aufgesatzt.
Sich schnatzen, von den Haaren gesagt, heißt: sie flechten; so ist auch ›Schnatz‹ das geflochtene Haar. Die Braut geht ›im Schnatz‹ zur Kirche. In der Wetterau wird das Wort allgemein für den Sonntagsstaat gebraucht.
   ›Sich aufsetzen‹ und ›Aufsatz‹ wird gleichfalls vom Schmücken und Ordnen des Haares gesagt. Diese Ausdrücke beziehen sich in spezifischer Weise auf das sogenannte. ›Hessenkrönchen‹, die vor allem in der Schwalm übliche Haar- und Haubentracht, wie sie auch Otto Ubbelohde in seinen berühmten Illustrationen der Grimmschen Märchen mehrfach festgehalten hat.
• Bolte-Polivka II, 274; H. RETZLAFF und R. HELM: Hessische Bauerntrachten (Marburg 1949); H. RÖLLEKE (Hrsg.): ›Redensarten des Volks ...‹ (Bern 1988), S. 115.

Das Wörterbuch der Idiome. 2013.

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